Unser Wahlprogramm für die Landtagswahl 2026
Klare Kante GRÜN -
Für Mensch und Natur in MV
Präambel
Liebe Bürgerinnen und Bürger in Mecklenburg-Vorpommern,
Sie entscheiden am 20. September darüber, wie es in den kommenden 5 Jahren in unserem wunderschönen Mecklenburg-Vorpommern weitergehen wird. Mit Ihrer Stimme stellen Sie die Weichen für die Zukunft. Geht es mit unserem Land voran, verharrt es im Stillstand oder legt es sogar den Rückwärtsgang ein?
Wir BÜNDNISGRÜNE machen Ihnen ein klares Angebot, wie wir unser Heimatland fit für die Herausforderungen der Zukunft machen. Gemeinsam wollen wir unsere Chancen besser nutzen und unseren Stärken bündeln. Derzeit ist MV ein Land, das unter seinen Möglichkeiten bleibt. Einerseits sind wir das Land der engagierten Menschen, die ihre Ärmel hochzukrempeln und anpacken. Andererseits haben wir eine Landesregierung, die diese Potenziale nicht ausschöpft und zu wenig aus den Möglichkeiten unseres Landes macht.
Damit unsere Heimat eine gute Zukunft hat müssen wir ihre einzigartige Natur schützen. Sonne und Wind haben bei uns die Kraft, um unsere Wirtschaft nicht nur unabhängig von fossilen Brennstoffen zu machen, sondern sie auch noch erfolgreicher machen. Wir wollen, dass MV bei der Energiewende stärker vorangeht. Dann produzieren wir den sauberen und bezahlbaren Strom, den unsere Unternehmen brauchen um zu wachsen. Aber wir senken damit auch die Energiekosten für die Menschen im Land und machen uns Unabhängigkeit von globalen Krisen. Unser konkreter Vorschlag: Wer in der Nähe von Windparks und Solarflächen wohnt, soll von einem günstigeren Energiepreis profitieren. So halten wir die Wertschöpfung in unseren Regionen und bei den Menschen.
Unsere Ostsee ist ein Lieblingsort für viele von uns, aber auch Grundlage für den Tourismus, die heimische Traditionsfischerei und Lebensraum für zahlreiche Arten. Doch ihr geht es nicht gut. Sie ist das bedrohteste Meer auf unserer Erde. Wir kämpfen dafür, dass sie auch noch für unsere Kinder und Enkelkinder da ist. Indem wir Schadstoffeinträge reduzieren, umweltverträgliche Fangmethoden einführen und den naturnahen Tourismus weiterentwickeln.
Uns BÜNDNISGRÜNE leitet der Grundsatz, dass unsere Kinder unsere Zukunft sind. Wir streiten dafür, dass sie hier nicht nur eine gute Bildung erhalten, sondern eine gute Kindheit und Jugend haben, die ihnen Kraft und Energie für die eigene Zukunft gibt. Wir werden allen Kindern- und Jugendlichen die Möglichkeit geben kostenfrei den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen, indem wir ein U27-Deutschlandticket für sie einführen. Damit sie nicht nur zur Schule, sondern auch zum Sportverein, den Freunden und der Familie kommen. Zusammenhalt und Teilhabe müssen allen möglich sein. Auch denjenigen, die noch keinen Führerschein machen dürfen oder sich (noch) kein Auto leisten können.
Diese und noch mehr konkrete Maßnahmen haben wir in unserem Programm zusammengeführt. Denn Demokratie zu leben heißt eigene Lösungsvorschläge zu geben, zu diskutieren und am Ende auch gemeinsam umzusetzen. Wir freuen uns in den kommenden Wochen mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Gemeinsam bringen wir unser Land voran. Mit klaren Ideen für eine gute Zukunft. Mit klarer Kante Zukunft für Mensch und Natur.
Claudia Müller
Ole Krüger
Präambel
Liebe Bürgerinnen und Bürger in Mecklenburg-Vorpommern,
Sie entscheiden am 20. September darüber, wie es in den kommenden 5 Jahren in unserem wunderschönen Mecklenburg-Vorpommern weitergehen wird. Mit Ihrer Stimme stellen Sie die Weichen für die Zukunft. Geht es mit unserem Land voran, verharrt es im Stillstand oder legt es sogar den Rückwärtsgang ein?
Wir BÜNDNISGRÜNE machen Ihnen ein klares Angebot, wie wir unser Heimatland fit für die Herausforderungen der Zukunft machen. Gemeinsam wollen wir unsere Chancen besser nutzen und unseren Stärken bündeln. Derzeit ist MV ein Land, das unter seinen Möglichkeiten bleibt. Einerseits sind wir das Land der engagierten Menschen, die ihre Ärmel hochzukrempeln und anpacken. Andererseits haben wir eine Landesregierung, die diese Potenziale nicht ausschöpft und zu wenig aus den Möglichkeiten unseres Landes macht.
Damit unsere Heimat eine gute Zukunft hat müssen wir ihre einzigartige Natur schützen. Sonne und Wind haben bei uns die Kraft, um unsere Wirtschaft nicht nur unabhängig von fossilen Brennstoffen zu machen, sondern sie auch noch erfolgreicher machen. Wir wollen, dass MV bei der Energiewende stärker vorangeht. Dann produzieren wir den sauberen und bezahlbaren Strom, den unsere Unternehmen brauchen um zu wachsen. Aber wir senken damit auch die Energiekosten für die Menschen im Land und machen uns Unabhängigkeit von globalen Krisen. Unser konkreter Vorschlag: Wer in der Nähe von Windparks und Solarflächen wohnt, soll von einem günstigeren Energiepreis profitieren. So halten wir die Wertschöpfung in unseren Regionen und bei den Menschen.
Unsere Ostsee ist ein Lieblingsort für viele von uns, aber auch Grundlage für den Tourismus, die heimische Traditionsfischerei und Lebensraum für zahlreiche Arten. Doch ihr geht es nicht gut. Sie ist das bedrohteste Meer auf unserer Erde. Wir kämpfen dafür, dass sie auch noch für unsere Kinder und Enkelkinder da ist. Indem wir Schadstoffeinträge reduzieren, umweltverträgliche Fangmethoden einführen und den naturnahen Tourismus weiterentwickeln.
Uns BÜNDNISGRÜNE leitet der Grundsatz, dass unsere Kinder unsere Zukunft sind. Wir streiten dafür, dass sie hier nicht nur eine gute Bildung erhalten, sondern eine gute Kindheit und Jugend haben, die ihnen Kraft und Energie für die eigene Zukunft gibt. Wir werden allen Kindern- und Jugendlichen die Möglichkeit geben kostenfrei den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen, indem wir ein U27-Deutschlandticket für sie einführen. Damit sie nicht nur zur Schule, sondern auch zum Sportverein, den Freunden und der Familie kommen. Zusammenhalt und Teilhabe müssen allen möglich sein. Auch denjenigen, die noch keinen Führerschein machen dürfen oder sich (noch) kein Auto leisten können.
Diese und noch mehr konkrete Maßnahmen haben wir in unserem Programm zusammengeführt. Denn Demokratie zu leben heißt eigene Lösungsvorschläge zu geben, zu diskutieren und am Ende auch gemeinsam umzusetzen. Wir freuen uns in den kommenden Wochen mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Gemeinsam bringen wir unser Land voran. Mit klaren Ideen für eine gute Zukunft. Mit klarer Kante Zukunft für Mensch und Natur.
Claudia Müller
Ole Krüger
1. Klima: Wir wollen gute Aussichten für alle
Der Küstenwind zerzaust uns die Haare. Im Land spiegelt sich die Sonne glitzernd auf endlosen Seen, zieht strahlend über Felder und Dächer. Zwischen Horizont und Hinterland steckt die Energie von morgen. Hier liegt unsere Chance, unsere grüne Zukunft.
Doch die Lösungen werden übersehen.
Wenn fossile Energien uns abhängig und das Leben teuer machen, wenn Extremwetter zunimmt und ganze Regionen unter Druck geraten, dann geht es um mehr als das Klima. Es geht um unsere Sicherheit, unsere Freiheit, unsere Wirtschaft und die Frage, wie wir morgen leben wollen, können und werden.
Die Klimakrise ist schon längst in MV angekommen, das spüren wir. Extremwetter nimmt zu, Böden trocknen aus, die Ostsee stirbt. Doch zu lange wurde gezögert, vertagt und kleingeredet. Während andere noch diskutieren, zahlen die Menschen in MV längst den Preis, mit steigenden Kosten, unsicheren Jobs und wachsendem Druck auf unsere Natur.
Dabei haben wir alles, was es braucht, um sie zu bewältigen, direkt vor der Haustür. Wir sehen diese Möglichkeiten und ergreifen sie: entschlossen, klug und mit klaren Konzepten. Mit uns gibt’s endlich wieder gute Aussichten für unser Land und für uns alle.
Wind und Solar beschleunigen wir mit deutlichen Vorgaben und straffen, digitalen Verfahren. Dabei binden wir Kommunen und Bürger*innen aktiv mit ein, sowohl bei der Planung als auch später mit einer finanziellen Beteiligung. Zum Wohle aller. Denn mit uns und den Erneuerbaren wird bzw. bleibt das Leben der Menschen in MV bezahlbar. Und die Natur intakt.
Für ein Mecklenburg-Vorpommern, das gut vorbereitet ist, fordern wir:
- Klimaschutz als Staatsziel: Wir werden Klimaschutz in die Landesverfassung aufnehmen – mit verbindlichen Zielen, Maßnahmen und regelmäßigem Monitoring. Damit Entscheidungen endlich planbar werden und es beim Klimaschutz keine Ausreden mehr gibt.
- Anwohner*innen von Wind- und Solarparks sollen künftig direkt finanziell von der Energiewende profitieren, indem wir durch die Befreiung von Netzkosten die Strompreise für sie um bis zu einem Viertel senken. Wer die Energiewende trägt, soll auch günstigeren Strom erhalten. Gleichzeitig schafft die Regelung zusätzliche Anreize für die Elektrifizierung von Wärme und Mobilität, etwa durch Wärmepumpen und E-Autos.
- Schnellere Genehmigungen für Erneuerbare: Wir erhöhen die Planungssicherheit, indem wir Genehmigungsbehörden als moderne und personalstarke Agenturen neu ausrichten und fördern. Damit Windräder und Solaranlagen schneller gebaut werden und Strom endlich günstiger produziert wird.
1.1. Klare Ziele und effektive Maßnahmen
Ob Strom bezahlbar bleibt, Unternehmen investieren und unsere Orte lebenswert bleiben, das entscheidet sich am Klimaschutz.
Er mildert die Folgen der Klimakrise ab, schafft Planungssicherheit und treibt Innovationen, und damit Wirtschaftswachstum in unserem Land voran.
Doch noch immer wird Klimaschutz zu oft im Klein-Klein abgearbeitet oder gegen andere Ziele ausgespielt. Dabei betrifft er längst alle Bereiche politischen Handelns. Wenn am Ende niemand verbindlich prüft, was Klimazielen nützt oder schadet, bleibt Klimaschutz ein Lippenbekenntnis.
Das können wir besser. Wir machen Klimaschutz zur verbindlichen Querschnittsaufgabe in der Landespolitik.
Dafür führen wir einen verbindlichen Klimacheck für Landesgesetze, Programme und Haushalte ein und stärken Klimaschutz in Behörden und Kommunen. Die Landesenergie- und Klimaschutzagentur entwickeln wir zu einer zentralen Beratungs-, Förder- und Datenstelle weiter. Einnahmen aus erneuerbaren Energien auf landeseigenen Flächen sollen in einen Klimafonds für die kommunale Energiewende fließen. Unser Ziel ist klar: Mecklenburg-Vorpommern soll bis 2035 treibhausgasneutral werden.
Für effektiven Klimaschutz braucht es:
- Die verbindliche Festlegung der Treibhausgasneutralität bis 2035.
- Die Einführung eines verbindlichen Klimachecks für alle Landesgesetze, Programme und Haushalte.
- ie Etablierung und Stärkung von Klimaschutzmanager*innen in allen Landesbehörden und Kommunen .
- Die Weiterentwicklung der Landesenergie- und Klimaschutzagentur (LEKA) zu einer zentralen Beratungs-, Förder- und Datenstelle.
- Einen Landes-Klimafonds, der die Einnahmen aus Verpachtung und Betrieb erneuerbarer Energien auf landeseigenen Flächen den Kommunen zur Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen vor Ort zur Verfügung stellt.
1.2. Energieeffizienz & Wärmewende
Heizen muss bezahlbar sein und darf nicht länger auf Kosten des Klimas gehen. Doch noch immer wohnen viele Menschen in unsanierten Häusern und heizen mit Öl oder Gas. Das ist schlecht fürs Klima und wird auf Dauer unbezahlbar.
Die Wärmewende wurde viel zu lange verschleppt. Die Folge: Wärme geht ungenutzt verloren, fossile Abhängigkeiten bleiben bestehen und viele Haushalte zahlen den Preis.
Wenn wir beim Heizen nicht endlich umsteuern, wird Wohnen immer teurer, egal ob zur Miete oder im Eigenheim und Klimaschutz unnötig ausgebremst.
Nicht mit uns! Wir wollen die Wärmewende sozial, planbar und bezahlbar voranbringen.
Dafür unterstützen wir Kommunen umfassend bei der Wärmeplanung und ihrer Umsetzung. Energie- und Sanierungsberatung bauen wir deutlich aus, damit Haushalte, Kommunen und Unternehmen passende Lösungen und Fördermöglichkeiten leichter finden. Industrielle Abwärme und Geothermie wollen wir gezielt erschließen und ihre Nutzung mit besseren Datengrundlagen und einem Landes-Risikofonds erleichtern.
Für eine gelingende Wärmewende und bezahlbare Heizkosten fordern wir:
- Die Kommunen bei der Erstellung und Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung umfassend zu unterstützen. Wir wollen dafür die Beratung im Land fest verankern und erreichen, dass die Bundesförderung bedarfsgerecht finanziell ergänzt wird.
- Die Energie- und Sanierungsberatung deutlich auszubauen. Für Kommunen, Unternehmen und Haushalte führen wir einen transparenten Fördermittel-Check ein.
- Die Schaffung eines Landes-Risikofonds, der die Umsetzung von kommunalen Wärmeprojekten absichert, damit industrielle Abwärme (z. B. von Rechenzentren) sowie Geothermie für die lokale Wärmeversorgung gezielt nutzbar gemacht werden können.
1.3. Erneuerbare Energien für alle
Die Nutzung von Wind- und Solarenergie ist in Mecklenburg-Vorpommern etabliert und ein echter Standortvorteil. Sie kann unser Land unabhängiger machen, für günstigen Strom sorgen und Wertschöpfung vor Ort schaffen.
Doch der Ausbau der erneuerbaren Energien geht noch immer zu langsam voran. Statt klarer Unterstützung gab es zu oft Unsicherheit und widersprüchliche Signale. Zu lange Verfahren, überlastete Behörden und zu wenig Beteiligung bremsen die Energiewende aus. Das hat Vertrauen und Geld gekostet.
Wenn wir das nicht ändern, bleiben wir abhängig von teuren fossilen Energien und verspielen unsere Chance auf klimafreundlichen Wohlstand. Jeder Monat Verzögerung kostet uns Arbeitsplätze, Wertschöpfung und die Chance auf dauerhaft günstigen Strom.
Das können wir besser. Wir wollen MV wieder zu einem echten Vorreiter beim Ausbau der erneuerbaren Energien machen.
Dafür treiben wir den Ausbau von Wind- und Solarenergie mit klaren und beschleunigten Verfahren voran. Zusätzliche Flächen für naturverträgliche Offshore-Windenergie in der Ostsee wollen wir sichern, Mehrfachnutzung ermöglichen und Konflikte mit Schutzgebieten vermeiden. Photovoltaik auf Dächern, öffentlichen Liegenschaften und versiegelten Flächen bauen wir deutlich aus. Gleichzeitig stärken wir Bürgerenergie und sorgen dafür, dass die Menschen vor Ort stärker an der Energiewende beteiligt werden.
Für Energieunabhängigkeit und günstigen Strom wollen wir:
- Wind- und Solarenergie durch klare, beschleunigte Genehmigungsverfahren vorantreiben, u.a. durch einen landeseinheitlichen Wind- und Solar-Erlass, verbindliche Fristen und effiziente Verfahren.
- Zusätzliche Flächen für den naturverträglichen Ausbau von Offshore-Windparks in der Ostsee ausweisen und Konflikte mit Schutzgebieten vermeiden.
- Photovoltaik auf Dächern, öffentlichen Liegenschaften und Flächen zur Mehrfachnutzung, wie beispielsweise Parkplätze, Radwege und Agri-PV, durch klare Rahmensetzung fördern.
- Das Förderprogramm für Balkonsolaranlagen neu auflegen und um Kleinspeicherförderung ergänzen.
- Bürgerenergie stärken, u. a. durch einen Bürgerenergiefonds und bessere Beteiligungsmöglichkeiten durch bevorzugten Zugang zu Landesflächen und mehr Transparenz über Beteiligungsmöglichkeiten im Energieatlas.
- Anwohner*innen von Wind- und Solarparks sollen künftig direkt finanziell von der Energiewende profitieren, indem wir durch die Befreiung von Netzkosten die Strompreise für sie um bis zu einem Viertel senken. Wer die Energiewende trägt, soll auch günstigeren Strom erhalten. Gleichzeitig schafft die Regelung zusätzliche Anreize für die Elektrifizierung von Wärme und Mobilität, etwa durch Wärmepumpen und E-Autos.
- Haushalte im unmittelbaren Umfeld von Windenergieanlagen (2 km Radius) sowie von Freiflächen-Photovoltaikanlagen (500 m Radius) befreien wir vollständig von den Netzentgelten auf ihren Stromverbrauch.
1.4. Netze, Speicher, Digitalisierung
Erneuerbarer Strom muss nicht nur erzeugt werden, sondern auch dort ankommen, wo er gebraucht wird. Dafür braucht es starke Netze, Speicher und ein Energiesystem, das mitdenkt. Gerade in Mecklenburg-Vorpommern wird das immer wichtiger.
Doch genau hier hakt es. Netze sind überlastet, Speicher fehlen und zu viel Strom kann nicht genutzt werden, obwohl er eigentlich verfügbar ist.
Wir wollen daher unsere Energieversorgung so ausbauen, dass erneuerbarer Strom besser verteilt, gespeichert und genutzt werden kann.
Dafür modernisieren und stärken wir die Genehmigungsbehörden, bauen Speicher und flexible Großverbraucher gezielt aus und stimmen den Ausbau von Stromerzeugung, Netzen und Speichern besser aufeinander ab. Mit digitalen Lösungen wie gemeinsamen Netzanschlusspunkten wollen wir vorhandene Infrastruktur effizienter nutzen und die Netze entlasten.
Wir verteilen und nutzen erneuerbare Energie gerecht und effizient, indem wir:
- Genehmigungsbehörden modernisieren und personell stärken – mit frühzeitiger Konfliktlösung, klaren Standards, digitalisierten Verfahren sowie mehr Fachkräften und Planungskapazitäten.
- Eine sog. Matching-Plattform für die gemeinsame Nutzung von Netzanschlusspunkten schaffen, damit Wind- und Solarkraft, Stromspeicher und Stromverbraucher ideal vernetzt werden.
- Flexible Großverbraucher (z. B. Power-to-Heat für Wärmespeicher) gezielt ausbauen, insbesondere durch Pilotprojekte zur Erprobung und zum beschleunigten Wissenstransfer.
- Den Netzausbau, Wind- und Solarausbau, aber auch den Aufbau von Speichern landesweit systematisch und vorausschauend aufeinander abstimmen, um einen bedarfsgerechten Netzausbau sicherzustellen und Engpässe beim Ausbau der Erneuerbaren zu vermeiden.
- Den Ausbau von Batteriespeichern voranbringen, indem wir jedem Menschen die Möglichkeit geben, sich bei ihren regionalen Energieversorgern finanziell an der Errichtung von Batteriespeichern zu beteiligen. Sie nehmen den Wind- und Solarstrom auf, wenn er nicht verbraucht wird, sodass er gewinnbringend verkauft werden kann, wenn der Bedarf wieder da ist.
1.5. Wasserstoff & fossile Energien
Fossile Energien machen uns abhängig, treiben die Preise und schaden dem Klima. Mecklenburg-Vorpommern muss deshalb raus aus Öl und Gas. Das ist gut für den Klimaschutz, stärkt unsere Energieunabhängigkeit und schützt vor steigenden Kosten.
Doch nicht alle Bereiche lassen sich sofort und einfach elektrifizieren. Gerade in der Industrie, bei Prozesswärme oder in der Schifffahrt braucht es verlässliche Alternativen.
Wenn wir den Ausstieg aus fossilen Energien nicht klar steuern, bleiben wir in teuren Abhängigkeiten stecken und verspielen Zeit beim Klimaschutz.
Wir wollen den Umstieg sozialverträglich gestalten und grünen Wasserstoff dort einsetzen, wo er wirklich gebraucht wird.
Dafür entwickeln wir eine Wasserstoffstrategie für MV, die Ziele, Bedarf, Förderung und Infrastruktur klar festlegt und eng mit dem Bund und den norddeutschen Ländern abgestimmt ist. Wir konzentrieren uns dabei auf grünen Wasserstoff und priorisieren seinen Einsatz in schwer elektrifizierbaren Bereichen. Neue Gaskraftwerke darf es nur noch geben, wenn sie wasserstofffähig sind, eine klare Umrüst-Roadmap haben und nur begrenzt zum Einsatz kommen. Gleichzeitig verankern wir eine Erneuerbare-Energien-Quote von 65 Prozent für neue Heizungen im Landesklimaschutzgesetz, damit Mieter*innen und Verbraucher*innen nicht weiter in die fossile Kostenfalle geraten.
Für einen sozialverträglichen Ausstieg aus den fossilen Energien wollen wir:
- Eine Wasserstoff-Landesstrategie mit den anderen norddeutschen Bundesländern abstimmen.
- Grünen Wasserstoff fördern, damit wir auch dort energieunabhängig werden, wo Strom als Energieträger noch unpraktikabel ist.
- Neue Gaskraftwerke nur noch zulassen, wenn sie auf Wasserstoff umgerüstet werden können, nur begrenzte Einsatzstunden haben, dezentral verteilt werden und Abwärme nutzen.
- Die erneuerbare Energiequote von 65% für neue Heizungen im Landesklimaschutzgesetz verankern, um Mieter*innen und Verbraucher*innen vor der fossilen Kostenfalle zu schützen.
1.6. Natürlicher Klimaschutz & Klimaanpassung
Moore, Wälder und gesunde Ökosysteme sind unser natürlichster Klimaschutz. Gleichzeitig spürt Mecklenburg-Vorpommern die Folgen der Klimakrise längst vor Ort: durch Hitze, Dürre, Starkregen und steigende Wasserstände. Natürlicher Klimaschutz und Klimaanpassung gehören deshalb zusammen.
Doch noch immer nutzen wir diese Chancen nicht konsequent genug. Wertvolle Kohlenstoffspeicher werden nicht ausreichend geschützt, und viele Kommunen bleiben mit den Folgen der Klimakrise zu oft allein.
Wenn wir Natur nicht besser schützen und Städte und Kommunen nicht widerstandsfähiger machen, verlieren wir Lebensqualität, Sicherheit und wirksamen Klimaschutz zugleich.
Das ändern wir: Wir wollen die natürlichen Schutzkräfte unseres Landes stärken und MV besser auf die Folgen der Klimakrise vorbereiten.
Dafür verankern wir die Wiedervernässung der Moore als natürliche Kohlenstoffspeicher besser im Landeswassergesetz und machen sie auch wirtschaftlich tragfähig, etwa durch die Förderung von Moor-Landwirtschaft (Paludikultur) und Moor-Solaranlagen. Kommunen unterstützen wir stärker bei Klimaanpassung, Hitzevorsorge und Schutz vor Starkregen und Hochwasser.
Um das klimaschädliche CO2 besser zu speichern und uns vor Extremwetterereignissen besser zu schützen, werden wir:
- Die Wiedervernässung der Moore als natürliche CO2-Speicher im Landeswassergesetz fest verankern und zugleich deren landwirtschaftliche Nutzung fördern.
- Im Landeswassergesetz Feuchtgebiete stärken, denn Schwammlandschaften, die Wasser halten, tragen zur Klimavorsorge bei.
- Kommunale Klimaanpassungskonzepte fördern, damit die Menschen in jedem Dorf und jeder Stadt vor Hitze und Starkregen geschützt sind.
2. Umwelt: Wir schützen, was uns schützt
Mecklenburg-Vorpommern lebt von seiner reichen Natur. Von außergewöhnlichen Landschaften, tausenden Seen und wilden Küsten. Von alten Wäldern, mächtigen Mooren und weiten Feldern, die Lebensraum und unsere Lebensgrundlage sind. Doch dieser Schatz ist bedroht.
Zu lange wurde Natur als Nebensache behandelt. Dabei ist sie unsere Lebensgrundlage und ein zentraler Wirtschaftsfaktor, gerade in MV. Denn wenn Gewässer kippen, Arten verschwinden und Böden erschöpfen, geht es nicht nur um Natur. Es geht um unsere Gesundheit, unsere Ernährung, um Tradition und Zukunft und auch um Wertschöpfung. Intakte Natur ist die Grundlage für unseren Tourismus und tausende Arbeitsplätze in unserem Land. Kurz: Es geht um das, wovon wir leben und die Perspektiven ganzer Regionen.
Deshalb handeln wir. Denn gute Umweltpolitik sichert Lebensqualität und Arbeitsplätze.
Wir wollen, dass die Menschen hier eine sichere Zukunft haben, mit fairen Einkommen, sauberem Wasser, gesunder Natur, lebendigen Dörfern und grünen Städten.
Wir schützen unsere Schätze: ökologisch, regional und sozial. Wir bewahren unsere Natur nicht nur, wir stärken sie und wappnen MV für die Zukunft. Nachhaltig und vielfältig.
Für ein Mecklenburg-Vorpommern, das auch morgen lebenswert ist, fordern wir:
- Eine saubere, lebendige Ostsee: Dünger gehört nicht in die Ostsee. Wir reduzieren Stickstoff und Phosphor konsequent. Damit die Ostsee nicht kippt, Strände sauber bleiben und Tourismus sowie Fischerei eine Zukunft haben.
- Faire Landwirtschaft: Wir sichern junge Höfe, indem wir Existenzgründungsfonds für Bio-Junglandwirte schaffen. Damit mehr regionale Lebensmittel produziert werden und Landwirtschaft auch für die nächste Generation eine Zukunft hat.
- Grüne Orte überall: Wir helfen Natur und Menschen in allen Orten, indem wir Klimaanpassung in den Kommunen stärken, etwa durch Trinkwasserspender, klimaresiliente Baumpflanzungen und Schwammstadt-Maßnahmen. Damit es im Sommer kühler bleibt, Wasser verfügbar ist und Orte besser mit Starkregen und Hitze klarkommen.
2.1. Umweltschutz & Klimaanpassung: Wasser und Böden sichern
Unsere Seen, unsere Flüsse und Moore, sie sind Lebensgrundlage, Wirtschaftsfaktor und Teil unserer Identität. Doch sie sind zunehmend gefährdet. Dürren und Starkregen bringen den Wasserhaushalt aus dem Gleichgewicht und die Böden verlieren ihre Fruchtbarkeit.
Wenn Gewässer krank werden und Böden ihre Kraft verlieren, sind wir alle betroffen. Denn dann stehen unsere Ernährung, unsere Gesundheit und die wirtschaftliche Zukunft des ganzen Landes auf dem Spiel.
Wir verbessern die Wasserqualität unserer Gewässer durch die konsequente Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie und stärken natürliche Puffer wie Gewässerrandstreifen, Feuchtgebiete und Auen. So halten wir Wasser in der Fläche und schützen vor Dürre und Überflutung.
Der nordamerikanische Konzern CEP plante schon in der Vergangenheit Gasfracking in Vorpommern, jetzt plant man direkt an der Grenze auf polnischer Seite nach Öl und Gas zu bohren. Dies würde sowohl Schutzgebiete als auch den Tourismus auf Usedom stark betreffen. Dem Projekt muss deshalb eine klare Absage erteilt werden.
Für sauberes Wasser und gesunde Böden wollen wir:
- Die Wasserrahmenrichtlinie und die Landeswasserstrategie konsequent umsetzen, insbesondere durch den Ausbau natürlicher Pufferzonen wie breiterer Gewässerrandstreifen, Feuchtgebiete und Auen, um Überflutungen abzufedern und Wasser besser in der Fläche zu halten. Die Vertiefungspläne für die Elbe-Reststrecke zwischen Dömitz und Hitzacker lehnen wir ab.
- Die Wiedervernässung von Moorböden mit fairer Entschädigung vorantreiben und Maßnahmen zur moorschützenden Wasserrückhaltung fördern.
- Gas- und Ölbohrungen in der Ostsee und an Land eine klare Absage erteilen.
2.2 Ostsee schützen
Die Ostsee prägt unser Land. Aber sie steht massiv unter Druck: Überdüngung, Übernutzung, Verschmutzung, Schifffahrt, Rohstoffabbau, eine nicht nachhaltige Fischerei und die Folgen der Klimakrise gefährden sensible Lebensräume und viele Fischbestände. Der heimische Schweinswal ist akut vom Aussterben bedroht.
Wir wollen die Wiederherstellung wertvoller Lebensräume wie z. B. Seegraswiesen und Stein-Riffe gezielt fördern. Diese Lebensräume verbessern die Wasserqualität, schützen Küsten vor Erosion und bieten wichtigen Lebensraum für zahlreiche Arten – darunter auch den Hering, dessen Bestände für die Ostseeökologie und die Küstenfischerei von zentraler Bedeutung sind. Den unbeabsichtigten Beifang von Schweinswalen wollen wir durch naturgerechte Fangmethoden verringern.
Meeresschutz gelingt nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort. Deshalb fördern wir regionale Netzwerke und naturverträgliche Nutzungskonzepte für Küsten und Meer.
Unser Ziel ist eine lebendige Ostsee mit gesunden Fischbeständen, widerstandsfähigen Ökosystemen und einer nachhaltigen Küstenwirtschaft. Mecklenburg-Vorpommern soll Vorreiterin für modernen Meeresschutz und eine nachhaltige Entwicklung im Ostseeraum werden.
Für einen wirksamen Meeresschutz werden wir:
- Meeresschutzgebiete effektiv vor zerstörerischen Einflüssen schützen, damit Artenvielfalt und Lebensräume dauerhaft erhalten bleiben und Fischbestände sich erholen können.
- Marine Lebensräume wie Seegraswiesen und Riffe wiederherstellen.
- Die heimischen Traditionsfischer finanziell bei der Umstellung auf naturverträgliche Fangmethoden unterstützen.
- Die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Küstenfischerei, Naturschutzverbänden, Tourismus, Kommunen und regionalen Projekten fördern, um praxistaugliche und naturverträgliche Lösungen für den Schutz der Ostsee zu entwickeln.
- Die Nährstoffeinträge und Verschmutzung durch Öl, Plastik und Mikroplastik deutlich verringern.
- Schutzmaßnahmen gegen Ölunfälle, etwa durch die marode russische Schattenflotte, deutlich ausbauen.
- Eine breite Allianz zur Rettung des Schweinswals gründen, in MV und im Rahmen der Ostseeparlamentarier-Konferenz auch für die gesamte Ostsee.
2.3. Naturschutz gemeinsam mit den Menschen vor Ort entwickeln
Naturschutz gelingt nur mit den Menschen vor Ort. Unsere Landschaften sind Lebensraum für Tiere und Pflanzen, aber auch Arbeits- und Lebensorte für viele Menschen. Doch noch immer wird Naturschutz zu oft als Gegensatz zu den Interessen vor Ort wahrgenommen. Wenn Naturschutz spaltet, verlieren am Ende die Natur und wir alle.
Damit das verhindert wird, wollen wir Naturschutz so gestalten, dass er verbindet und vor Ort besser angenommen wird.
Dafür setzen wir auf Kooperation statt Konfrontation, bauen den Vertragsnaturschutz weiter aus und fördern regionale Naturschutzberatung. Artenvielfalt im städtischen und dörflichen Raum stärken wir mit konkreten Maßnahmen vor Ort. Schutzgebiete und das Grüne Band entwickeln wir zu einem lückenlosen Biotopverbund weiter und vernetzen sie über Ländergrenzen hinweg. In Natura-2000-Gebieten wollen wir Pestizide und chemisch-synthetische Dünger untersagen. Auch den Alleenschutz verbessern wir mit einem einheitlichen Baumkataster für Land und Kreise.
Damit Naturschutz verbindet, wollen wir:
- Die Kooperation stärken, indem wir den Vertragsnaturschutz ausbauen, und zwar freiwillig und fair vergütet.
- Natur wiederherstellen und die Artenvielfalt im urbanen wie im dörflichen Lebensumfeld stärken, etwa durch Blühflächenprogramme, die Unterstützung beim Anlegen von Hecken und Feldrainen sowie den Schutz von Wiesenvögeln und Küstenlebensräumen.
- Schutzgebiete und das Grüne Band zu einem lückenlosen Biotopverbund weiterentwickeln und länderübergreifend vernetzen.
- Den Einsatz von Pestiziden und chemisch-synthetischen Düngern in Natura-2000-Gebieten untersagen.
- Den Alleenschutz verbessern, indem wir einen einheitlichen Baumkataster für Land und Kreise einführen.
2.4. Faire Landwirtschaft - Existenzsicherung und Umbau ermöglichen
Die Landwirtschaft prägt unsere Landschaft in Mecklenburg-Vorpommern und sorgt für unsere Ernährung und viele Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Doch steigende Kosten, unsichere Preise und hohe bürokratische Anforderungen erschweren den Alltag der Betriebe. Gleichzeitig ist klar: Landwirtschaft muss klima- und naturverträglicher werden. Der Umbau darf aber nicht auf dem Rücken der Betriebe stattfinden, sondern muss fair finanziert und verlässlich begleitet werden, damit er wirtschaftlich tragfähig ist.
Wenn Landwirtschaft eine Zukunft haben soll, braucht sie beides: faire Einkommen und klare Perspektiven für den ökologischen Umbau. Wir wollen den Umbau gemeinsam mit den Landwirt*innen gestalten und ihre Existenz sichern.
Dafür bauen wir Bürokratie ab, vereinfachen Förderverfahren und schaffen mehr Planungssicherheit für Investitionen, etwa in tiergerechte Ställe, Auslauf und Weidehaltung. Den Ökolandbau wollen wir stärken und gleichzeitig setzen wir uns für klare, preisdämpfende Regeln gegen Bodenspekulationen, weniger Pestizid- und Düngemitteleinsatz und einen besseren Schutz von Grund- und Trinkwasser ein. Auf landeseigenen Flächen wollen wir mit gutem Beispiel vorangehen.
Für eine zukunftsfähige Landwirtschaft werden wir:
- Bürokratie abbauen, indem wir Förderanträge vereinfachen, Mehrfacheinreichungen vermeiden und vollständig digital ermöglichen.
- Gemeinsam mit dem Bund den Umbau der Tierhaltung sozial absichern und Investitionshilfen für tiergerechte Ställe, Auslauf und Weidehaltung einführen.
- Landnutzung, die Natur und Umwelt erhält, Wasser schützt und CO2 bindet, gezielt und verlässlich fördern.
- Den Ökolandbau deutlich ausbauen, durch eine verlässlich finanzierte Förderung, den Aufbau von Ökomodellregionen, die stärkere Verankerung in Ausbildung und Studium sowie die Ausweitung ökologischer Produkte in Kantinen, Kitas, Schulen und Kliniken.
- Das Düngerecht weiterentwickeln und wissenschaftlich sowie rechtlich fundierte Vorgaben für verursachergerechte und nachhaltige Maßnahmen zum Schutz von Grund- und Trinkwasser sowie der Ökosysteme schaffen.
2.5. Verantwortung für den Tierschutz übernehmen
Tiere zu halten heißt, Verantwortung zu übernehmen. Für ihr Wohlergehen, für gute Haltungsbedingungen und für einen Umgang, der Tierleid verhindert. Gerade in einem Land mit hohen Tierbestandsdichten in den Betrieben muss Tierschutz einen höheren Stellenwert bekommen.
Doch noch immer fehlen zu oft klare Regeln, wirksame Kontrollen und verlässliche Unterstützung. Das geht zulasten der Tiere und wird der Verantwortung von Politik und Gesellschaft nicht gerecht.
Wenn Tierschutz nicht verbindlich wird, bleibt Tierleid Teil des Systems.
Das ändern wir. Wir wollen Tierschutz in Mecklenburg-Vorpommern verbindlicher machen und endlich stärker im politischen Handeln verankern.
Dafür setzen wir uns für eine Begrenzung von Tierbeständen ein und stärken die Weidetierhaltung durch verlässliche Unterstützung beim Herdenschutz. Mit einer oder einem unabhängigen Tierschutzbeauftragten und einem Verbandsklagerecht für anerkannte Verbände wollen wir Tierschutzbelange stärker durchsetzen. Tierheime, Wildtierzentren und Tierschutzorganisationen wollen wir besser unterstützen und die anlassbezogenen Kontrollen in Tierhaltungsbetrieben ausbauen.
Für einen verantwortungsvollen Tierschutz wollen wir:
- Uns für eine Obergrenze der Tierbestände pro Anlage und Region einsetzen.
- Die Weidehaltung stärken, indem wir Hütehunde und Schutzzäune nicht nur in der Anschaffung, sondern auch im Unterhalt fördern.
- Einen unabhängigen Tierschutzbeauftragte*n in der Landesregierung einsetzen und ein Verbandsklagerecht für anerkannte Tierschutzorganisationen einführen.
- Tierheime und Auffangstationen für Wildtiere sowie Tierschutzorganisationen verlässlich finanziell unterstützen.
- Die Einhaltung von Brandschutzvorgaben in Tierhaltungsbetrieben konsequent kontrollieren.
- Eine Katzenschutzverordnung für das gesamte Land Mecklenburg-Vorpommern einführen.
- Die grausame Praktik der CO2 “Betäubung” endlich beenden.
2.6. Wald für morgen: klimastabil, multifunktional, regionale Wertschöpfung
Wälder sind Lebensraum, Erholungsort, Klimaschützer und ein wichtiger Teil regionaler Wertschöpfung. Doch Trockenheit, Stürme und Schädlingsbefall setzen ihnen immer stärker zu. Wenn unsere Wälder weiter geschwächt werden, verlieren wir Schutzräume für Arten, Erholung für Menschen und einen natürlichen Helfer fürs Klima zugleich.
Wir wollen unsere Wälder so stärken, dass sie auch in Zukunft widerstandsfähig, artenreich und nutzbar bleiben.
Dafür legen wir ein Aktionsprogramm für den beschleunigten ökologischen Waldumbau vor und schützen alte und naturnahe Wälder. Die Jagd soll den Waldumbau künftig besser unterstützen und Konflikte zwischen Wildtieren sowie Land- und Forstwirtschaft verringern. Gleichzeitig fördern wir Holz als regionalen und klimafreundlichen Baustoff und stärken die regionale Wertschöpfung.
Um unsere Wälder klimaresilient und zukunftsfest zu machen, werden wir:
- Ein Aktionsprogramm zum beschleunigten, ökologisch orientierten Waldumbau vorlegen.
- Naturwälder und alte Wälder als letzte Rückzugsräume erhalten.
- Die Jagd so regeln, dass sie vorrangig den Waldumbau unterstützt.
- Holz als regionaler, klimafreundlicher Baustoff und dadurch die regionale Wertschöpfung fördern.
2.7. Fischerei erhalten
Die handwerkliche Fischerei gehört zu Mecklenburg-Vorpommern. Sie prägt Küstenorte, sichert regionale Wertschöpfung und ist für viele Menschen mehr als nur ein Beruf. Doch für viele Betriebe wird es immer schwerer, von der Fischerei zu leben. Schwindende Bestände, sinkende Fangquoten und wirtschaftlicher Druck setzen vor allem die kleine, handwerkliche Fischerei unter Druck. Wo Fischbestände schwinden, und kleine Betriebe untergehen, verliert die Küste Vielfalt und Identität.
Das lassen wir nicht zu. Wir wollen die Fischerei in MV nachhaltig stärken und besonders die kleinen handwerklichen Betriebe unterstützen.
Dafür setzen wir auf wissenschaftsbasierte Fangmengen, den Schutz von Laichgebieten und schonende Fangmethoden. Forschung, Entwicklung und notwendige Umrüstungen wollen wir stärker fördern. Gleichzeitig stärken wir kleine Fischereibetriebe durch regionale Wertschöpfungsketten.
Für eine Fischerei mit Zukunft werden wir:
- Die kleine, handwerkliche Fischerei stärken, indem wir nachhaltige regionale Wertschöpfungsketten fördern und finanziell bei der Umstellung auf naturverträgliche Fangmethoden unterstützen, damit ungewollter Beifang reduziert wird.
- Wissenschaftsbasierte Fangmengen in der Ostsee und den Schutz von Laichgebieten etablieren, damit Bestände sich erholen können.
- Schonende Fangmethoden fördern, Forschung, Entwicklung und Monitoring ausbauen, deren praktische Umsetzung unterstützen und notwendige Umrüstungen finanzieren helfen.
- Fischer*innen dabei unterstützen, zusätzliche Einkommensquellen zu erschließen, etwa in der Verarbeitung, im Tourismus, in der Forschung oder im Gewässerschutz.
2.8. Verbraucherschutz stärken
Ob beim Lebensmitteleinkauf oder bei der Qualität unseres Trinkwassers: Verbraucherschutz betrifft uns alle, jeden Tag. Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass Lebensmittel sicher, das Wasser sauber und dass Informationen dazu klar und transparent sind. Doch unklare Kennzeichnungen, zu wenige Kontrollen und mangelnde Transparenz schwächen dieses Vertrauen. Wenn Informationen unklar sind und Kontrollen fehlen, zahlen am Ende die Verbraucher*innen den Preis.
Das ändern wir. Wir sorgen für klare Regeln und einen Verbraucherschutz, der diesen Namen verdient.
Wir setzen die Tierhaltungskennzeichnung konsequent um und schaffen mehr Klarheit bei Lebensmitteln. Kontrollen in der Tierhaltungs-, Lebensmittel- und Produktüberwachung stärken wir gezielter. Zum Schutz von Grund- und Trinkwasser schaffen wir mehr Transparenz über den Einsatz von Pestiziden vor Ort und behalten auch Belastungen durch Arzneistoffe besser im Blick. Die Verbraucherzentralen wollen wir verlässlich absichern.
Für einen umfassenden Verbraucherschutz braucht es:
- Eine konsequente Umsetzung der Tierhaltungskennzeichnung.
- Die Stärkung der problemorientierten Kontrollen bei der Tierhaltung und der Lebensmittelproduktion.
- Ein umfangreiches Controlling der Wasserbelastungen durch z. B. Pestizide und Arzneimittel im Grundwasser.
- Eine auskömmliche Finanzierung der Verbraucherzentralen.
- Die Finanzierung eines Beratungsmobils nach dem Brandenburger Vorbild , damit alle Menschen in der Fläche in MV eine Beratung bekommen.
3. Mobilität: Wir vernetzen MV, gerecht und günstig
Mit dem Bus zum nächsten Supermarkt, mit der Straßenbahn ins Büro, mit dem Zug ans Meer: Mecklenburg-Vorpommern entdecken heißt, weite Wege zu überbrücken. Zugleich steht es für Freiheit, für eine kleine Auszeit und für Verbundenheit mit Freunden, mit Lieblingsorten und mit dem Leben.
Wir denken Mobilität in Mecklenburg-Vorpommern vom Alltag der Menschen her: Wir stehen für eine klimafreundliche Verbindung von attraktivem ÖPNV und individueller Mobilität, ob mit dem Rad, zu Fuß oder im (E-)Auto.
Lebensqualität bedeutet für uns, unabhängig vom Wohn- oder Urlaubsort schnell, kostengünstig und klimafreundlich von der Ostseeküste, durch die Mecklenburger Seenlandschaft bis an die Zugspitze zu kommen. Wir bringen attraktive ÖPNV-Verbindungen mit Bus und Bahn sowie ein starkes E-Mobilitäts-Netz voran – Energie aus Mecklenburg-Vorpommern für Mecklenburg-Vorpommern mit einer Energie- und Verkehrspolitik, die zusammen gedacht wird.
Die Mobilität der Zukunft in Mecklenburg-Vorpommern ist bürgerfreundlich, klimaschonend und intelligent vernetzt. Wir denken alle Verkehrsmittel gemeinsam und fördern nachhaltige Mobilitätsformen besonders. So schaffen wir sichere Wege, schnelle Verbindungen und wenig Wartezeit. Ein gut ausgebauter ÖPNV, attraktive Bahnverbindungen, günstige und familienfreundliche Preise sind dafür ebenso entscheidend wie durchgängige Radwege und deren Instandhaltung. Das macht unser Bundesland attraktiv, das Leben leichter und reduziert klimaschädliches CO2.
Für ein Mecklenburg-Vorpommern, in dem alle günstig und zuverlässig von Ahlbeck bis Zarrentin kommen, fordern wir:
- Ein flächendeckendes und gut abgestimmtes ÖPNV-Netz: auf Grundlage eines Landesverkehrsplans, der Bus und Bahn im ganzen Land zuverlässig miteinander verzahnt, damit alle auch ohne Auto bezahlbar von A nach B kommen.
- Mehr Sicherheit für den Radverkehr: indem bei Baumaßnahmen alle Verkehrsteilnehmenden gleichberechtigt berücksichtigt werden und sichere, alltagstaugliche Wege für Kinder, Familien und Pendler entstehen.
- Ein deutlich vergünstigtes Deutschlandticket: für Menschen mit geringem Einkommen, etwa für Senior*innen, Auszubildende und Menschen in der Grundsicherung, sowie ein kostenfreies Ticket für alle unter 27, damit Mobilität für alle bezahlbar ist, im Alltag, in der Ausbildung und in der Freizeit.
3.1. Bus und Bahn fürs ganze Land
Mit der Bahn durch Mecklenburg-Vorpommern bedeutet fahren durch wunderschöne Landschaften, aber oft auch lange Wartezeiten. Verspätungen eines Zuges wirken sich oft auf viele weitere Verbindungen aus. Schon eine Baustelle kann ganze Regionen abhängen. Um die weiten Wege in Mecklenburg-Vorpommern schnell und komfortabel zu überwinden, brauchen wir ein attraktives Angebot mit der Bahn.
Wir machen uns deshalb stark für die Bahn, ob es versprochene zusätzliche und neue Verbindungen sind oder die Reaktivierung alter Strecken.
Dafür entwickeln wir einen Landesverkehrsplan, der sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen orientiert und verbindliche Takte vorgibt. Bahnstrecken reaktivieren und bauen wir aus, damit ein dichtes und resilientes Netz entsteht.
Für eine verlässliche Anbindung überall im Land werden wir:
- Einen Landesverkehrsplan erarbeiten, der die Mobilitätsbedürfnisse der Bürger*innen abbildet und im ganzen Land mindestens einen Stundentakt verbindlich sicherstellt.
- Die Reaktivierung stillgelegter sowie den Ausbau bestehender Bahnstrecken vorantreiben, um ein leistungsfähiges und robustes Netz im ganzen Land zu schaffen. Dazu zählen für uns insbesondere die Südanbindung Usedoms über die Karniner Brücke, die Darßbahn und die Nord-Süd-Bahn ebenso wie die Kaiserbahn, die Friedländer Bahn und der Ausbau der Strecke zwischen Rostock und Stralsund.
- Uns für den zügigen Ausbau der Vorpommern-Magistrale auf 160 km/h einsetzen.
- Die Bahnstrecken für einen elektrischen und batterieelektrischen Betrieb ertüchtigen.
- Den öffentlichen Nahverkehr bis 2035 barrierefrei ausbauen.
3.2. Nur sinnvoll vernetzte Busverbindungen sichern Mobilität für alle
Die Mobilitätsoffensive des Landes ist ein Schritt in die richtige Richtung, im Bahnverkehr gibt es mehr Verbindungen und zum Teil bessere Takte. Auch die Einführung der Regio- und Rufbusse ist ein Schritt nach vorn. Was fehlt, ist ein Konzept für den ländlichen Raum, der Pendler*innen, Schüler*innen und Tourist*innen gute Anschlüsse sichert. Regiobusse machen nur dann Sinn, wenn sie Ober- und Mittelzentren über Landkreisgrenzen hinweg verbinden und nicht bestehende Linien ersetzen. Rufbusse müssen verlässlich und schnell abrufbar die letzte Meile übernehmen. Der Bus ist nur dann attraktiv, wenn mit ihm auch der Zug erreicht wird. Bahn und Bus müssen aufeinander abgestimmt sein, deshalb braucht es eine partnerschaftliche Kooperation mit den Kommunen.
Daran arbeiten wir und vernetzen das ganze Land:
- Mit gut aufeinander abgestimmten Bus- und Bahnfahrplänen.
- Mit Regiobussen, die schnelle Verbindungen über längere Strecken schaffen und Regionen besser anbinden.
- Mit Rufbussen, die dort eingesetzt werden, wo ein regulärer Linienverkehr die letzte Meile nicht erreicht.
- Mit Mobilitätsstationen, die einen einfachen Umstieg zwischen Bus, Bahn und weiteren Verkehrsmitteln ermöglichen, etwa durch Park and Ride, Bike and Ride und Carsharing-Angebote.
3.3. Ein ÖPNV, den sich alle leisten können
Mobilität darf nicht vom Geldbeutel abhängen. Denn wer nicht selbstbestimmt seine Wege zurücklegen kann, ist im gesellschaftlichen Leben eingeschränkt.
Besonders junge Menschen stehen in MV vor enormen Herausforderungen. Sie sind teilweise zu jung, um weitere Wege mit einem Auto zurückzulegen und haben entweder gar kein oder nur ein geringes eigenes Einkommen und können sich ein eigenes Auto kaum leisten. Oftmals sind sie auf Familienmitglieder angewiesen, um zum Freizeitclub, dem Sportverein oder einfach zu ihren Freund*innen zu gelangen. Sie sind in unserem Flächenland in ihrem Recht auf Teilhabe besonders eingeschränkt. Mobilität ist die Grundvoraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, Bildung und berufliche Chancen. Wenn die Kosten für den Nahverkehr zu einer Barriere werden, schränken wir die Freiheit der nächsten Generation ein und verhindern die Entfaltung ihrer Potenziale.
Für alle Einwohner*innen Mecklenburg-Vorpommerns, die nicht regelmäßig mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, wollen wir mit einem Verkehrsverbund für MV den Kauf eines günstigen Tickets für alle Wege in MV ermöglichen. Der Übergang von Bus zur Bahn ist dann auch bei einfachen Fahrten mit nur einem Ticket möglich.
Damit Mobilität für alle bezahlbar ist, werden wir:
- Einen landesweiten Verkehrsverbund schaffen, der den ÖPNV effizienter organisiert, Fahrten kostengünstiger macht und eine einheitliche Mobilitäts-App bereitstellt.
- Das Deutschlandticket für Menschen mit geringem Einkommen deutlich vergünstigen, damit sich auch Senior*innen, Auszubildende und Menschen in der Grundsicherung Mobilität leisten können.
- Das Deutschlandticket für alle unter 27 kostenfrei machen, damit sie nicht nur zur Schule, Uni, Hochschule oder zum Ausbildungsplatz, sondern auch zu Freund*innen, Jugendclubs und Freizeiteinrichtungen mobil sein können.
3.4. Rad- und Fußwege für alle sicher und nutzbar machen
Egal wohin es geht, viele Wege beginnen zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Allerdings sind Geh- und Radwege oftmals in einem schlechten Zustand, enden plötzlich im Nichts oder fehlen gleich ganz. Gerade für Kinder, ältere Menschen und Berufstätige wird Mobilität so zur Herausforderung. Ohne sichere Wege wird Mobilität zum Risiko.
Das ändern wir. Wir machen Rad- und Fußverkehr deswegen sicher, attraktiv und alltagstauglich.
Wir bauen ein flächendeckendes Fuß- und Radverkehrsnetz mit sicheren, durchgehenden und komfortablen Verbindungen im ganzen Land auf. Dafür setzen wir das Landesradnetz zügig um und sorgen für eine verlässliche Finanzierung der bestehenden Infrastruktur.
So bereiten wir Radfahrer*innen und Fußgänger*innen den Weg:
- Wir setzen das Landesradnetz zügig um, mit dem Ziel eines flächendeckenden Netzes aus direkten und komfortabel befahrbaren Radverbindungen in ganz Mecklenburg-Vorpommern.
- Wir richten in allen Landkreisen und kreisfreien Städten Koordinierungsstellen für den Fuß- und Radverkehr ein.
- Wir bündeln mittelfristig die Zuständigkeit für Radfernwege beim Land und bauen Radschnellwege zwischen Ober- und Mittelzentren.
- Wir planen Fuß- und Radverkehr konsequent aus Bürger*innensicht. Dafür unterstützen wir einerseits Kommunen beim Aufbau von Mobilitätsstationen. Andererseits unterstützen wir die Wiederherstellung und Schaffung kurzer Fußwegeverbindungen in Stadt und Land.
3.5 Klimaneutrale Mobilität in ganz MV
Ob Pendeln zur Arbeit, die Kinder zum Sport oder die Großeltern zum Arzt fahren: Im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern gehört das Auto für viele zum Alltag. Wir wollen, dass der Umstieg auf klimaneutrale Antriebe in MV nicht am fehlenden Ladepunkt, am teuren Strom, der Wohnsituation oder dem Geldbeutel scheitert.
Mecklenburg-Vorpommern produziert mehr erneuerbaren Strom, als es selbst verbraucht. Genau diesen Strom wollen wir nutzen: für Busse, für Pendler*innen und Familien, die kein Bahnnetz vor der Tür haben. Damit verbinden wir zwei der größten Stärken unseres Landes – kostengünstige Energie und einen attraktiven Wirtschaftsstandort – zu einer gemeinsamen Geschichte.
Für eine klimaneutrale Mobilität in MV wollen wir:
- Ein flächendeckendes Netz öffentlicher Ladeinfrastruktur: Wir fördern regionale Anbietende und Kommunen mit mehr als 1000 Einwohner*innen, um Mobilitätsstandorte (Bahnhöfe, Park-and-Ride-Plätze, Verwaltungsparkplätze) mit PV-überdachten Schnellladestationen auszustatten.
- Die klimaneutrale Umstellung der Landesflotte sowie der Fahrzeuge nachgeordneter Behörden und Landesgesellschaften bis 2031. Das Land geht voran und wird Vorreiter in E-Mobilität.
- Die Elektrifizierung des Busverkehrs entlang der EU-Clean-Vehicles-Directive. Wir unterstützen Verkehrsunternehmen finanziell und logistisch bei der Beschaffung emissionsfreier Busse und beim Aufbau der nötigen Ladeinfrastruktur.
- Wir verbinden und ergänzen vorhandene Förderungen für private und gewerbliche Wallboxen, insbesondere für Mieter*innen, Mehrfamilienhäuser, Handwerksbetriebe und kleine und mittelständische Unternehmen.
- Wir denken Bürgerenergie und E-Mobilität zusammen: Dorf- und Bürgerenergiegenossenschaften, die Windenergie erzeugen, sollen vor Ort eigene Ladeangebote betreiben können. So wird unser Strom direkt nutzbar.
- Wir bauen dafür die Aus- und Weiterbildung für E-Mobilität an unseren Berufsschulen aus, damit unsere heimischen Betriebe von der Transformation profitieren.
3.6 Unser Weg zur Vision Zero
94 Menschen sind 2025 durch Verkehrsunfälle in Mecklenburg-Vorpommern gestorben. 94 Familien, die unnötigerweise Angehörige verloren haben. 94 Fälle zu viel! Jeder Fall ist ein Grund mehr für uns, sich weiter für die Vision Zero einzusetzen – niemand soll mehr im Straßenverkehr getötet oder schwer verletzt werden.
Es sollte für alle Verkehrsteilnehmenden selbstverständlich sein, sicher in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs zu sein. Immer noch führen überhöhte Geschwindigkeiten, fehlende Rad- oder Fußwege oder andere Gefahrensituationen zu schweren Unfällen. Sichere Verkehrsverbindungen, ob zu Fuß, mit dem Rad, dem Bus oder dem (E-)Auto, sind für uns das A und O.
Dafür gestalten wir Straßen und Wege sicherer, bauen die Infrastruktur für Rad- und Fußverkehr aus und schaffen mehr Verkehrsberuhigung in Orten und Wohngebieten. Mit ausgebauten Kreuzungen, besseren Schulwegen und angepassten Geschwindigkeiten sorgen wir dafür, dass alle Menschen sicher an ihr Ziel kommen.
Für den Weg zur Vision Zero werden wir:
- Die Verkehrswege im Land so gestalten, dass schwächere Verkehrsteilnehmende sichere Wegeverbindungen haben, unter anderem durch mehr Beleuchtung, mehr „Zebrastreifen“ oder moderne Ampelanlagen.
- Einmündungen und Kreuzungen so gestalten, dass Fußgänger*innen und Radfahrende optimal unterwegs sein können. Dafür machen wir uns Erfahrungen aus anderen Ländern zunutze .
- Die neuen Möglichkeiten des Straßenverkehrsrechts konsequent nutzen, um innerorts eine verbesserte Verkehrsberuhigung zu erreichen.
- Geschwindigkeitszonen an allen Bushaltestellen außerorts einführen, wo noch keine Tempo-70-Zone vorhanden ist und dort, wo keine sichere Führung für den Radverkehr besteht, auf Tempo 80 begrenzen.
4. Wirtschaft: Wir schaffen eine starke Zukunft
In Rostock erzeugen Unternehmen und Uni „Laborfleisch“, das die Fleischindustrie verwandeln kann. Auf Poel wird schon jetzt angespültes Seegras in Dämmmaterial verwandelt. Forscher*innen der Universitätsmedizin Greifswald haben eine Methode zur Herstellung von veganen Antikörpern entwickelt – und revolutionieren damit Diagnostik und Krebsforschung. Es gibt sie, die Innovationen „Made in MV“. Die großen Denker und kleinen Start-ups, die Neues wagen.
Doch das Potenzial bleibt ungenutzt.
Steigende Energiepreise, Fachkräftemangel und zu viel Bürokratie setzen viele Betriebe unter Druck. Wenn Nordex sein Rotorblattwerk in Rostock schließt, junge Lehrkräfte lieber nach Bremen ziehen, als in MV zu bleiben, und ganze Regionen den Anschluss verlieren, bremst uns das aus. In MV mahlen die Mühlen oft so langsam, dass wir den Anschluss verlieren. Wenn wir nicht noch mehr Arbeitsplätze verlieren wollen, können wir uns Stillstand nicht leisten.
Wir bringen MV (wieder) in Bewegung. Wir wollen eine Wirtschaft, die sich nachhaltig entwickelt, innovativ ist und gute Arbeit sichert – in Stadt und Land. Wir wollen zusammen mit unseren Unternehmen unsere regionalen Stärken mehr nutzen, neue Technologien voranbringen und MV unabhängig und krisenfest machen. Für uns ist klar: Ökologie und Ökonomie gehören zusammen. Wer heute klug investiert, sichert den Wohlstand von morgen. Und dabei geht es uns nicht nur um Zahlen, sondern um Zukunftsaussichten.
Für ein Mecklenburg-Vorpommern, in dem es vorangeht, fordern wir:
- Die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die Ansiedlung energieintensiver Industrien wie zum Beispiel Batterieproduktionen, Rechenzentren, Metallverarbeitung und Zementherstellung. MV hat viel günstigen, grünen Strom. Ein massiver Standortvorteil für diese Branchen, der dringend genutzt werden muss.
- Dass Mecklenburg-Vorpommern zum Bioökonomieland wird: durch eine ressortübergreifende Landesstrategie für Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft sowie die gezielte Förderung von Moornutzung, nachhaltigen Rohstoffen und Start-ups, damit Wertschöpfung im Land bleibt und zukunftssichere Arbeitsplätze entstehen.
- Eine zukunftsfeste maritime Wirtschaft: indem wir Zukunftstechnologien wie Offshore-Windkraft, erneuerbare Antriebe und Schiffsrecycling gezielt fördern und die maritime Forschung stärker einbinden, damit Werften verlässliche Aufträge erhalten und Arbeitsplätze langfristig gesichert werden.
- Nachhaltige Ganzjahresangebote für Tourist*innen und Einheimische: durch den Ausbau umweltschonender Infrastruktur wie Schwimmhallen, Kultur- und Freizeitangeboten für alle Generationen, damit Tourismus ganzjährig Einkommen schafft, Orte lebendig bleiben und neue Arbeitsplätze entstehen.
- Die Metropolregion Hamburg als Zukunftschance zu nutzen: Mecklenburg-Vorpommern soll die Zusammenarbeit mit der Metropolregion Hamburg sowie mit den Ländern Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein auf Augenhöhe ausbauen, die Innovationsagentur stärken und gezielt Innovationen, nachhaltige Technologien sowie neue zukunftsfähige Arbeitsplätze insbesondere im ländlichen Raum fördern.
4.1. Heimische Wirtschaft stärken
Vom Handwerksbetrieb bis zum Industrieunternehmen: Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaft ist vielfältig und regional verwurzelt. Viele Betriebe schaffen Arbeitsplätze vor Ort und halten ganze Regionen am Laufen. Doch wenn öffentliche Aufträge und Fördermittel an der heimischen Wirtschaft vorbeigehen, verlieren wir Wertschöpfung und gute Arbeit im Land.
Das ändern wir. Wir stärken regionale Unternehmen und machen Mecklenburg-Vorpommern zusammen wirtschaftlich zukunftsfest. Die Energiewende ist dabei eine der größten Chancen: für sichere, preiswerte und klimaneutrale Energie, gute Arbeitsplätze und mehr Wertschöpfung im Land. Wir sorgen dafür, dass Investitionen, etwa aus den Infrastrukturmilliarden des Bundes, doppelt wirken: Sie modernisieren MV und stärken gleichzeitig unsere heimische Wirtschaft.
Zudem fördern wir regionale Wertschöpfungsketten, unterstützen die Vermarktung heimischer Produkte und sorgen bei öffentlichen Aufträgen für faire Bedingungen. So stärken wir den Mittelstand und sichern Arbeitsplätze vor Ort.
Um unsere Wirtschaft zukunftsfest aufzustellen, braucht es:
- Die stärkere Einbindung regionaler Unternehmen in die Umsetzung von Infrastrukturprojekten, insbesondere bei Investitionen aus dem Sondervermögen des Bundes.
- Die gezielte Förderung regionaler Wertschöpfungsketten sowie die bessere Vermarktung heimischer Produkte über die Region hinaus.
- Die konsequente Einhaltung tariflicher Standards, guter Arbeitsbedingungen und von Nachhaltigkeitskriterien bei der Vergabe öffentlicher Aufträge, um fairen Wettbewerb zu stärken.
4.2. Nachhaltig wirtschaften
Ob in der Produktion, im Handwerk oder bei Neugründungen: Immer mehr Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern beweisen, dass nachhaltiges Wirtschaften funktioniert. Sie sparen Ressourcen, entwickeln innovative Ideen und schaffen gut bezahlte Arbeitsplätze.
Doch oft fehlen die richtigen Rahmenbedingungen, damit sich diese Ansätze auch durchsetzen.
Wenn nachhaltiges Wirtschaften ausgebremst wird, verlieren wir Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftschancen.
Das ändern wir. Wir machen nachhaltiges Wirtschaften zum Standard und stärken Unternehmen auf diesem Weg.
Die Kreislaufwirtschaft ist ein wachsender Wirtschaftszweig und eine Zukunftschance für Mecklenburg-Vorpommern. Mit einer Kreislaufwirtschaftsstrategie wollen wir Abfallvermeidung, Recycling, Mehrweg, Reparatur, Wiederverwendung und kreislaufgerechtes Bauen adressieren. Die öffentliche Hand soll dabei vorangehen.
Ein landesweiter Reparaturbonus für Elektro- und Elektronikgeräte wird für alle das Reparieren einfacher und lohnender machen.
Wir fördern Innovationen und unterstützen Betriebe dabei, ressourcenschonend und klimafreundlich zu wirtschaften. Gleichzeitig sorgen wir für die Grundlagen, die Wirtschaft braucht: eine leistungsfähige Infrastruktur, gute Bildung, verlässliche Gesundheitsversorgung und eine offene Gesellschaft, die Fachkräfte anzieht und hält.
So schaffen wir eine Wirtschaft, die nachhaltig wächst und langfristig erfolgreich ist.
Für nachhaltiges Wirtschaften in MV braucht es:
- Eine ressortübergreifende Landesstrategie für Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft.
- Die Einführung eines Landesförderprogramms ÖKOPROFIT MV, das Unternehmen bei der Verbesserung ihres betrieblichen Umweltmanagements unterstützt und über das Landesförderinstitut umgesetzt wird.
- Ein Landesförderprogramm für sozial-ökologische Gründungen, Unternehmensnachfolgen und den nachhaltigen Umbau bestehender Betriebe.
- Eine stärkere Förderung ansässiger Unternehmen bei Innovation und Umstellung auf klimaschonende Produktionsweisen.
- Einen Ausbau der Fördermittel für Gründer*innen mit flexibleren Förderzeiträumen und einer besseren Verzahnung mit Bundesprogrammen.
4.3. Mittelstand und Handwerk unterstützen
Egal ob die Bäckerei nebenan oder der Handwerksbetrieb ein Dorf weiter: Mittelständische Unternehmen sind das Rückgrat unserer Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Sie schaffen Arbeitsplätze, bilden aus und sorgen für Wohlstand in der Region. Doch zu oft werden sie durch Bürokratie und komplizierte Förderstrukturen ausgebremst. Wenn der Mittelstand an Bürokratie scheitert, verlieren wir Innovation und wirtschaftliche Stärke.
Das ändern wir. Wir machen es einfacher, ein Unternehmen zu führen, zu gründen und weiterzugeben, unter anderem durch eine serviceorientierte Verwaltung und das Once-Only-Prinzip, damit Unternehmen Daten nicht doppelt einreichen müssen.
Wir bauen, im Dialog mit Wirtschaft und Verwaltung, bürokratische Hürden ab und sorgen dafür, dass Gesetze praxistauglich sind. Gleichzeitig vereinfachen wir Förderprogramme und stärken gezielt die Unternehmensnachfolge, damit Betriebe erhalten bleiben und neue entstehen können.
So sichern wir den Mittelstand, stärken das Handwerk und halten wirtschaftliche Stärke im Land.
Für einen erfolgreichen Mittelstand und zukunftsfähiges Handwerk braucht es:
- Die Einführung von Praxischecks für Landesgesetze, um Bürokratie von Anfang an zu vermeiden.
- Die Vereinfachung von Förderprogrammen für kleine und mittelständische Unternehmen.
- Den Ausbau der Förderung für Gründungen und Unternehmensnachfolgen sowie eine bessere Vernetzung und Bündelung bestehender Angebote.
4.4. Fachkräfte sichern
In Mecklenburg-Vorpommern gibt es jede Menge gute Arbeit. Aber oft nicht genug Menschen, die sie erledigen können. Betriebe suchen händeringend Auszubildende, Fachkräfte wandern ab oder kommen gar nicht erst hierher. Gleichzeitig bleiben Potenziale ungenutzt. Wenn Fachkräfte fehlen, geraten ganze Regionen ins Stocken.
Das können wir besser. Wir sorgen dafür, dass Menschen gerne in MV leben und arbeiten.
Wir unterstützen Unternehmen dabei, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten: mit klaren Anlaufstellen für Zuwanderung und Rückkehr, besseren Übergängen von Schule, Ausbildung und Studium in den Beruf und einer engeren Zusammenarbeit zwischen Bildung und Wirtschaft.
So machen wir Mecklenburg-Vorpommern zu einem Ort, an dem Menschen ihre Zukunft sehen – und bleiben.
Damit wir Fachkräfte in MV halten, braucht es:
- Den Ausbau von One-Stop Agencies bzw. Welcome Centern zu zugewandten und serviceorientierten Zentren für Fachkräfteeinwanderung und Berufsrückkehrer*innen nach Mecklenburg-Vorpommern Dabei müssen Angebotsumfang und -qualität landesweit auf einem hohen Niveau und vergleichbar sein. Außerdem sollen Verfahren zur Anerkennung der im Ausland erworbenen Qualifikationen beschleunigt und Nachqualifikation unterstützt werden.
- Ergänzende Sprach- und Integrationskurse, um Lücken in der Bundesförderung zu schließen.
- Verlässliche Rahmenbedingungen für Unternehmen bei der Integration von Geflüchteten, insbesondere durch einen sicheren Aufenthaltsstatus während der Ausbildung. Verfahren zur Umsetzung des Spurwechsels müssen verlässlich und zeitgerecht vor Beginn der Ausbildung abgeschlossen sein.
- Patenschaften zwischen Schulen und Betrieben zur frühzeitigen Berufsorientierung.
- Eine stärkere Vernetzung von Hochschulen und Fachschulen mit regionalen Unternehmen, um den Verbleib von Absolvent*innen im Land zu erhöhen.
4.5. Ausbildungsbedingungen verbessern
Mecklenburg-Vorpommern kann ein Ausbildungsort für viele junge Menschen sein. Doch oft scheitert es nicht am Willen der Azubis, sondern an den Bedingungen: lange Wege, fehlender Wohnraum oder schlecht ausgestattete Berufsschulen. Wenn Ausbildung heute unattraktiv ist, fehlen morgen die Fachkräfte.
Das ändern wir. Wir machen Ausbildung in Mecklenburg-Vorpommern wieder attraktiv und alltagstauglich.
Wir investieren in moderne und gut ausgestattete Berufsschulen und sorgen dafür, dass Auszubildende durch länderübergreifende Lösungen eine qualitativ hochwertige Ausbildung erhalten. Gleichzeitig schaffen wir mehr bezahlbaren Wohnraum für Azubis und stärken gezielt Ausbildungen in Berufen, die dringend gebraucht werden.
So sorgen wir dafür, dass junge Menschen ihre Zukunft hier beginnen können und Unternehmen die Fachkräfte finden, die sie brauchen.
Damit Ausbildungen auch in MV wieder attraktiv sind, braucht es:
- Eine bessere personelle und technische Ausstattung der Berufsschulen.
- Eine stärkere länderübergreifende Beschulung von Auszubildenden, um Ausbildungsqualität und angemessene Klassengrößen zu sichern.
- Den Ausbau von bezahlbarem Wohnraum für Auszubildende.
- Die Ausweitung kostenfreier schulischer Ausbildungsangebote in freier Trägerschaft auf Mangelberufe.
- Die Einführung eines Azubi-Start-Bonus. Hier erhalten Azubis zum Start der ersten Ausbildung ein Darlehen von zinsfreien 1.500,00€. Wer insgesamt 1 Jahr als Facharbeiter in MV gearbeitet hat, muss dieses nicht zurückzahlen.
4.6. Freiwilligendienste fördern
Freiwilligendienste wie FSJ, FÖJ und Bundesfreiwilligendienst leisten einen wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und bieten vielen jungen Menschen Orientierung für ihren weiteren Lebensweg. Viele junge Menschen wollen sich im sozialen, kulturellen oder ökologischen Bereich engagieren. Doch zu oft scheitert dieses Engagement an fehlenden Plätzen, unsicheren Rahmenbedingungen und einer Vergütung, die kaum zum Leben reicht.
Statt junge Menschen über Pflichtdienste in Systeme zu drängen, die häufig schon heute überlastet sind, wollen wir freiwilliges Engagement stärken und gute Bedingungen schaffen. Freiwilligendienste müssen unabhängig vom Geldbeutel möglich sein und als wertvolle Bildungs- und Orientierungszeit anerkannt werden.
Uns ist bewusst, dass sich Teile der Forderungen an den Bund richten. Dennoch möchten wir das Thema Freiwilligendienste, die Unterstützung und den Ausbau nicht außer Acht lassen. Das Thema ist zu wichtig um es nicht auf allen Ebenen mitzudenken.
Damit sich mehr junge Menschen freiwillig engagieren können, braucht es:
- Den Ausbau der Plätze in FSJ, FÖJ und Bundesfreiwilligendienst.
- Eine bessere finanzielle Unterstützung der Träger und Einsatzstellen.
- Eine deutliche Erhöhung der Vergütung von Freiwilligendiensten, damit junge Menschen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft einen Freiwilligendienst leisten können.
- Die stärkere Anerkennung von Freiwilligendiensten als Bildungs- und Orientierungszeit.
- Den Ausbau von Informations- und Beratungsangeboten zu Freiwilligendiensten an Schulen und Berufsschulen.
4.7. Maritime Stärke ausbauen
Zwischen Werften, Häfen und Forschungseinrichtungen steckt eine enorme Stärke unseres Landes. Mecklenburg-Vorpommern ist maritim geprägt und hat das Potenzial, eine Vorreiterrolle bei innovativen Technologien auf See zu übernehmen. Von Spezialschiffen bis zur Offshore-Windkraft, von Munitionsbergung bis zur Blue Economy: Die Ideen und das Know-how sind da.
Doch zu oft bleiben sie in der Schublade. Wenn Innovation nicht in Anwendung kommt, verlieren wir Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Zukunftschancen.
Das ändern wir. Wir machen die Maritime Wirtschaft zu einem Motor für Innovation, Klimaschutz und gute Arbeit.
Wir bringen Forschung und Praxis enger zusammen und unterstützen gezielt maritime Start-ups, damit neue Ideen schneller den Weg in die Anwendung finden. Gleichzeitig stärken wir unsere Werften und eröffnen neue Perspektiven, etwa durch die Förderung zukunftsfähigen Schiffsrecyclings. Auch unsere Häfen entwickeln wir weiter: mit moderner Infrastruktur, besseren Bahnverbindungen und als Knotenpunkte für klimafreundliche Schifffahrt.
So sichern wir die maritime Stärke Mecklenburg-Vorpommerns und machen sie fit für die Zukunft.
Für eine zukunftsfähige maritime Industrie braucht es:
- ein Landesförderprogramm für maritime Start-ups.
- Die Ermöglichung von Schiffsrecycling, unter anderem durch gezielte Förderung und vereinfachte Genehmigungsverfahren.
- Eine beschleunigte Genehmigungspraxis für die Ertüchtigung, den Ausbau und die Modernisierung von Werften, etwa durch zügige Sicherheitsüberprüfungen von Beschäftigten.
- Die Unterstützung grüner Schifffahrtskorridore, um neue Technologien schneller in die Anwendung zu bringen und zugleich die Verbindungen zu unseren nordischen und baltischen Nachbarstaaten langfristig zu stärken.
- Die Modernisierung und den Ausbau der Hafeninfrastruktur, einschließlich leistungsfähiger Hinterlandanbindungen per Bahn für Tourismus und Güterverkehr.
4.8. Tourismus nachhaltig gestalten
Ob Ostsee, Seenplatte oder Nationalparks: Mecklenburg-Vorpommern ist wunderschön und daher eines der beliebtesten Reiseziele Deutschlands. Millionen Gäste kommen jedes Jahr zu uns und genießen ihren Urlaub dank über 50.000 Menschen, die im Tourismus arbeiten. Er ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor für unser Land. Doch der Druck wächst.
Wenn Natur zerstört wird und die Ostsee abstirbt, verliert unsere Heimat an Reiz. Wenn Strände überlaufen sind und Infrastruktur verfällt, verliert der Tourismus seine Grundlage: unsere Natur und die Menschen, die hier leben.
Das lassen wir nicht zu. Wir gestalten Tourismus nachhaltig, zukunftsfähig und im Einklang mit den Regionen. Dünger und Plastikabfall gehören nicht in die Ostsee. Wir reduzieren Plastik- und Nährstoffeinträge, damit die Ostsee nicht kippt, Algenblüten und Fischsterben keine Tourist*innen vertreiben, Strände sauber bleiben und Tourismus sowie Fischerei eine Zukunft haben.
Wir schaffen ein modernes Landestourismusgesetz, das Nachhaltigkeit und Akzeptanz ins Zentrum stellt. Gleichzeitig sorgen wir dafür, dass Investitionen – etwa in Seebrücken, Radwege oder den ÖPNV – gezielt vorangebracht werden und sowohl Gästen als auch Einheimischen zugutekommen. Neue Angebote im Gesundheits-, Kultur- und Wellnesstourismus helfen dabei, die Saison zu verlängern und Regionen zu entlasten.
So sichern wir Arbeitsplätze, stärken unsere Wirtschaft und bewahren, was Mecklenburg-Vorpommern so besonders macht.
Für einen ökologisch orientierten Tourismus in MV braucht es:
- Einen Neustart des Landestourismusgesetzes mit klarem Fokus auf Nachhaltigkeit und Tourismusakzeptanz sowie die Unterstützung der strukturellen Weiterentwicklung der Destinationen durch die Landestourismusgesellschaft.
- Die Bindung der Förderung touristischer Projekte an ökologische und sozialökonomische Kriterien.
- Eine konsequente Reduktion von Plastik-, Nitrat- und Phosphoreinträgen in die Ostsee.
- Die gezielte Unterstützung beim Ausbau von Ganzjahresangeboten wie Gesundheits-, Wellness- und Kulturtourismus, um die Saison zu verlängern und die Akzeptanz bei Einheimischen durch attraktive Angebote für alle zu stärken.
5. Wissenschaft & Forschung: Wir leben den Fortschritt
Das Gefühl, wenn es plötzlich Klick macht, sich Zusammenhänge erschließen und man voller Stolz etwas Neues gelernt hat: Wissen bewegt uns. In Hörsälen und Laboren, in Bibliotheken und Werkstätten, in Cafés und Parks entstehen Ideen, die unser Leben besser machen. Hier wird Neues gewagt, hier werden Probleme gelöst, hier strahlen unsere Leuchttürme der Innovation. Hochschulen sind Orte des Aufbruchs – sie öffnen Horizonte, inspirieren Menschen und gestalten die Zukunft unseres Landes. Doch die Lichter drohen zu verblassen.
Wenn ganze Fakultäten keinen eigenen Hörsaal bekommen, Bibliotheken viel zu klein sind und veraltete Bücher haben, kluge Köpfe in unsicheren Jobs arbeiten, Studierende mit ihren Belastungen allein gelassen werden und Forschende nie wissen, wie lange ihr Projekt noch läuft, schwächen wir uns selbst. Wir haben clevere Leute – aber wir vergraulen sie. Wenn wir heute nicht investieren, verlieren wir morgen den Anschluss.
Modern, fair und menschlich: Wir wollen, dass Forschung und Lehre beste Bedingungen in MV finden. Dabei setzen wir auf verlässliche Perspektiven für Beschäftigte, gute Lernbedingungen für Studierende und eine Wissenschaft, die ihre Kraft voll entfalten kann. Das ist der Schlüssel für Innovation, Fortschritt und eine gerechte Zukunft.
Für ein Mecklenburg-Vorpommern, in dem gute Ideen wachsen können, fordern wir:
- Sanierte, moderne Hochschulen: Mit uns gibt’s ein mehrjähriges Investitionsprogramm für Hochschulbau und Infrastruktur, um endlich moderne Lern- und Forschungsräume zu schaffen. Damit unsere Hochschulen fit für die Zukunft werden und im Wettbewerb bestehen.
- Mehr unbefristete Stellen: Wir bauen unbefristete Stellen an den Hochschulen aus und setzen den Grundsatz „Dauerstellen für Daueraufgaben“ konsequent um – für sichere Perspektiven und starke Forschung. Damit Wissenschaftler*innen verlässlich planen können und im Land bleiben.
- Besseren Schutz der psychischen Gesundheit: Wir entwickeln eine landesweite Strategie zur Förderung der psychischen Gesundheit von Studierenden und stärken psychosoziale Beratungsangebote an allen Hochschulstandorten des Landes. Damit Studierende nicht allein gelassen werden, wenn der Druck zu groß wird.
5.1. Verlässlich finanzierte Hochschulen
Hochschulen sind Orte, an denen Zukunft entsteht. Hier werden Fachkräfte ausgebildet, neue Ideen entwickelt und Antworten auf die Fragen von morgen gesucht. Damit das gelingt, brauchen Hochschulen nicht nur kluge Köpfe, sondern auch Gebäude, Labore, Bibliotheken und eine Finanzierung, auf die Verlass ist.
Doch genau daran fehlt es oft. Steigende Kosten, marode Infrastruktur und jahrelanger Sanierungsstau setzen die Hochschulen unter Druck. Wer ständig nur den Mangel verwaltet, kann weder gute Lehre noch starke Forschung sichern.
Wenn Hochschulen auf Verschleiß fahren, verliert unser Land Innovation, Attraktivität und Zukunftskraft.
Damit „innovation“ endlich großgeschrieben wird, wollen wir die Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern verlässlich finanzieren und ihnen die Sicherheit geben, die sie für ihre Entwicklung brauchen.
Für gut finanzierte Hochschulen fordern wir:
- Eine dynamische Grundfinanzierung der Hochschulen, die Kostensteigerungen berücksichtigt und langfristige Planungssicherheit schafft.
- Ein mehrjähriges Investitionsprogramm für Hochschulbau und Infrastruktur, um den Sanierungsstau abzubauen und moderne Lern- und Forschungsräume zu schaffen.
- Langfristige Zielvereinbarungen zwischen Land und Hochschulen, die strategische Entwicklung und Planungssicherheit sichern.
- Eine auskömmliche Finanzierung der Studierendenwerke, um Wohnen, Beratung und Mensabetrieb dauerhaft zu sichern, bezahlbaren Wohnraum auszubauen und die Wohnsitzprämie zu erhalten.
5.2. Gute Studienbedingungen und faire Arbeit in der Wissenschaft
Studieren und Forschen braucht mehr als gute Vorsätze. Es braucht faire Bedingungen, verlässliche Perspektiven und ein Umfeld, das Menschen trägt, statt sie auszubrennen. Doch davon sind wir noch zu oft entfernt. Viele Studierende bleiben mit psychischen Belastungen allein, und zu viele Wissenschaftler*innen arbeiten in unsicheren Beschäftigungsverhältnissen ohne echte Perspektive. Wenn gute Arbeit und gute Studienbedingungen fehlen, verliert Wissenschaft die Menschen, die sie mit Leben erfüllen.
Das dürfen wir nicht hinnehmen. Wir wollen Hochschulen, an denen fair gearbeitet, verlässlich betreut und unter guten Bedingungen studiert werden kann.
Um die Bedingungen für Studierende und Mitarbeitende an Hochschulen zu verbessern und die Qualität von Lehre und Arbeitsbedingungen nachhaltig zu stärken, fordern wir:
- Eine landesweite Strategie zur Förderung der psychischen Gesundheit von Studierenden sowie den Ausbau psychosozialer Beratungsangebote an allen Hochschulstandorten.
- Die Einführung von verbindlichen Qualifizierungs- und Einarbeitungsprogrammen für Professor*innen und andere Lehrverantwortliche, insbesondere in Personalführung, Teamleitung, Konflikt- und Stressmanagement sowie in der Betreuung von Studierenden.
- Mehr unbefristete Stellen im wissenschaftlichen Mittelbau nach dem Grundsatz „Dauerstellen für Daueraufgaben“.
- Bessere Arbeitsbedingungen für Promovierende, insbesondere durch angemessene Beschäftigungsumfänge und verlässliche Betreuung.
- Die Möglichkeit kollegialer Departmentstrukturen im Landeshochschulgesetz zu stärken, um Kooperation und gemeinsame Verantwortung in der Lehre zu fördern.
5.3. Offene Wissenschaft und digitale Infrastrukturen
Wissen wächst, wenn es geteilt wird. Forschende brauchen heute nicht nur gute Ideen, sondern auch digitale Infrastrukturen, funktionierende Datenräume und einen freien Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen. Gerade in einem großen Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern kann Zusammenarbeit so einfacher, schneller und wirksamer werden.
Doch dafür fehlen oft die richtigen Strukturen. Digitale Infrastrukturen sind vielerorts nicht ausreichend ausgebaut, und offenes wissenschaftliches Arbeiten ist noch zu selten dauerhaft abgesichert.
Wenn Wissen nicht zugänglich ist und Infrastruktur hinterherhinkt, bremst das die Forschung und Lehre.
Damit Erkenntnis wachsen kann, wollen wir die Wissenschaft in Mecklenburg-Vorpommern offener, digitaler und besser vernetzt aufstellen.
Zur Weiterentwicklung der Digitalisierung in der Wissenschaft fordern wir:
- Die Weiterentwicklung der Open-Access-Strategie zu einer umfassenden Open-Science-Strategie sowie den Ausbau gemeinsamer landesweiter Infrastrukturen für Forschungsdatenmanagement.
- Eine Publikations- und Dateninfrastruktur, die dauerhaft öffentlich finanziert, dafür sorgt, dass Forschung frei zugänglich und nachhaltig nutzbar ist.
- Den Ausbau der digitalen Forschungs- und Lehrinfrastrukturen und die digitale Modernisierung der Hochschulverwaltung.
- Zukunftsweisende Technologien wie Künstliche Intelligenz, klimaneutrale Energiesysteme oder Infektionsforschung gezielt zu fördern, bei Wahrung der Wissenschaftsfreiheit und unter verantwortungsvoller Folgenabwägung.
5.4. Internationale Hochschulen stärken, Fachkräfte gewinnen
Unsere Hochschulen sind unsere Tore zur Welt. Sie bringen Menschen zusammen, schaffen neue Perspektiven und können junge Talente für Mecklenburg-Vorpommern gewinnen. Gerade für ein Land, das Fachkräfte braucht und international sichtbarer werden will, ist das eine große Chance.
Doch diese Chance wird noch nicht genug genutzt. Die Zahl der Studienanfänger*innen geht zurück, während internationale und englischsprachige Angebote noch immer zu selten sind. Wenn Hochschulen international nicht attraktiv genug sind, verliert unser Land Talente, Fachkräfte und wichtige Verbindungen nach außen.
Damit unsere Hochschulen den Anschluss nicht verlieren, wollen wir Mecklenburg-Vorpommern als internationalen Studienstandort stärken und mehr junge Menschen für ein Studium in unserem Land gewinnen.
Um MV zu einem internationalen Studienstandort zu machen, wollen wir:
- Ein Landesprogramm zur Förderung internationaler und englischsprachiger Studiengänge, insbesondere in Zukunftsfeldern wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Klimaschutz.
- Die gezielte Förderung binationaler Studiengänge mit Hochschulen im Ostseeraum und in Nordeuropa.
- International Offices und Welcome-Strukturen an Hochschulen stärken.
- Eine aktive internationale Hochschulmarketingstrategie des Landes, um Mecklenburg-Vorpommern weltweit als Studienstandort sichtbarer zu machen.
5.5. Innovation aus dem Hörsaal an die Werkbank
An Hochschulen entstehen Ideen, die unser Land voranbringen können: für klimafreundliches Wirtschaften, nachhaltige Technologien und neue Lösungen für die Zukunft. Hochschulen und Forschungseinrichtungen können so Motoren für Innovation und Transformation in Mecklenburg-Vorpommern sein. Doch dieses Potenzial wird noch nicht überall genutzt. Forschung findet statt, aber zu oft fehlt der Weg in die Praxis. Wenn Wissen nicht in Anwendung kommt, bleiben Chancen für Innovation, Wertschöpfung und Klimaschutz liegen.
Damit aus Theorie Praxis wird, wollen wir Hochschulen stärker mit Wirtschaft, Gesellschaft und Regionen vernetzen und sie zu Vorreitern einer nachhaltigen Entwicklung machen.
Um mehr Innovation an unseren Hochschulen zu fördern, wollen wir:
- Eine landesweite Transferstrategie zur stärkeren Vernetzung von Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Wirtschaft und Gesellschaft.
- Regionale Innovationscluster stärken, insbesondere in maritimen Technologien, nachhaltiger Landwirtschaft und Bioökonomie.
- Bessere Rahmenbedingungen für Ausgründungen und Start-ups aus Hochschulen, insbesondere durch Beteiligungsfonds und Scale-up-Programme.
- Reallabore und Modellregionen fördern, in denen Innovationen gemeinsam mit Praxispartnern erprobt werden.
- Eine Landesstrategie „klimaneutrale Hochschule“ mit dazugehörigem Investitionsprogramm entwickeln, damit Betrieb, Studium und Forschung nachhaltig ausgerichtet werden.