Claudia Müller, bündnisgrüne Spitzenkandidatin zu Landtagswahl und Bundestagsabgeordnete für Mecklenburg-Vorpommern kommentiert die jüngsten Äußerungen von Bundeskanzler Merz zur Rente:
„Mich ärgert, wie wenig Ahnung Bundeskanzler Merz und Carsten Linnemann offenbar von der harten Rentenrealität vieler Menschen in Ostdeutschland haben. Was sie derzeit abliefern, ist keine seriöse Rentendebatte, sondern ein gefährliches Spiel mit der Altersvorsorge von Millionen Menschen.
Ja, die gesetzliche Rente steht unter Druck. Das bestreitet niemand. Aber wer jetzt leichtfertig am solidarischen Grundprinzip rüttelt, zündet sozialen Sprengstoff. Und er trägt diese Debatte ausgerechnet auf dem Rücken der Ostdeutschen aus.
Gerade bei uns im Osten hatten viele Menschen nach der Wende lange gar nicht die Chance, privat in dem Umfang vorzusorgen, wie es heute gern als selbstverständlich dargestellt wird. Für viele ist die gesetzliche Rente die zentrale Lebensgrundlage im Alter. Wer daran sägt, sägt am Vertrauen in Politik und am gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Wenn Merz wirklich Verantwortung übernehmen will, muss er Vorschläge machen, die das System stärken, statt Verunsicherung zu schüren. Dazu gehören Reformen wie die Reduzierung von Frührenten und eine breitere Finanzierung durch die Einbeziehung weiterer Berufsgruppen. Die entscheidende Frage ist doch: Halten wir als Gesellschaft zusammen oder sollen künftig alle allein sehen, wie sie durchkommen? Die CDU wirkt so, als hätte sie sich längst entschieden.“