Kurz vor Ende der Sommerpause war ich wie auch im letzten Jahr zwei Wochen in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs. Meine Sommertour, die dieses Jahr unter dem Thema des neuen Klimagesetzes stand, ist immer wieder eine tolle Chance, mit Mecklenburger*innen und Vorpommer*innen in Kontakt zu kommen, zu diskutieren und neue Themen für meine parlamentarische Arbeit zu sammeln.

Los ging es in der ersten Woche in Stralsund gemeinsam mit Jutta Wegner. Mit Prof. Johannes Gulden vom Institut für Regenerative EnergieSysteme an der Hochschule Stralsund. Mit ihnen habe ich über grünen Wasserstoff gesprochen – die Region Stralsund ist Teil des HyExpert Projekts. Im Rahmen dessen soll in den nächsten Jahren die Wasserstoffgewinnung und Nutzung in Stralsund und Umgebung gefördert werden.
Nachmittags habe ich die Störtebeker Brauerei besichtigt. Die Brauerei will bis 2026 klimaneutral werden. Wir waren begeistert und freuen uns, dass es mitten in Vorpommern ein so positives Beispiel gibt. Die Brauerei hat die Chance zu einem wichtigen Vorreiter für den nachhaltigen Umbau unserer Wirtschaft zu werden. Das unterstützen wir!

Sonnig ging es weiter am nächsten Tag im Lassaner Winkel beim Projekt 133 Hektar. Hier wollen vier lokale Landwirt*innen eine ökologische und regenerative Landwirtschaft verwirklichen. Das Problem: Kurze Pachtverträge hemmen langjährigen und nachhaltigen Ackerumbau wie Hecken- und Baumpflanzungen. Die engagierten Projektmitglieder sehen eine mögliche Lösung darin, dass die momentan von der BVVG verpachteten Projekt-Flächen an die Succowstiftung übertragen werden. Dadurch könnte die Initiative diese für längere Zeit pachten und ihre Pläne für nachhaltige Landwirtschaft mit einer lokalen Partnerin unbürokratisch realisieren.

Eine Biomülltonne, Mieterstrom, Balkonsolaranlagen und die Zertifizierung von Moorgras für ein nachhaltiges Bauprojekt der WVG durch das Land MV als nachhaltiger und lokaler Baustoff waren Themen bei meinem Termin bei der WVG in Greifswald, der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft, die an vielen Stellen vorbildlich voran geht. Für diese Themen setze ich mich bereits seit Jahren ein und es ist toll, hier erste Erfolge in der Praxis sehen zu können.

Der Donnerstag in Rostock begann mit einer Besichtigung des Kohlekraftwerks. Im Rahmen des Kohleausstiegs soll das Rostocker Werk stillgelegt und mittels Bundesförderung für einen 100 Mega-Watt Wasserstoff-Elektrolyseur der Industriestandort in eine klimafreundliche Zukunft geführt werden. Beim Hersteller für fokussierende Solarthermie, Solarlite, haben wir über die Anwendungsmöglichkeiten für dieser Technologie gesprochen, die sich in den letzten Jahren stark verbessert haben.


Weiter weg ging es am Freitag: An der Landesgrenze zu Hamburg liegt der Landwirtschaftsbetrieb der Familie Dreyer. Dort habe ich mich über einen geplanten Freiflächen-Solarpark informiert. Wie viele Landwirtschaftsbetriebe hat auch der Hof Dreyer mit der Dürre infolge der Klimakrise zu kämpfen. Eine PV-Anlage auf Flächen, die deswegen landwirtschaftlich kaum noch nutzbar sind kann helfen Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz zu kombinieren. Eine Herausforderung, zu der Hof Dreyer in engem Austausch mit den Naturschutzbehörden seht, ist, dass die Fläche an die Kernzone des Biosphärenreservats Schalsee grenzt. Über diese Problematik habe ich mit der örtlichen Bürgerinitiative gesprochen, die sich gegen das Projekt ausspricht. Sie befürchten, dass beispielsweise Rastplätze für Zugvögel durch die Anlage gestört werden könnten.


Die zweite Woche begann beim Start-Up Innocent Meat und dem Umweltplanungs- und Forschungsinstitut BIOTA. Innocent Meat züchtet und erforscht Laborfleisch für den menschlichen Verzehr. Für eine nachhaltige globale Nahrungsversorgung, geringere CO₂- Emissionen und weniger Tierleid ist künstlich hergestelltes Fleisch eine riesige Chance! BIOTA ist ein Planungsbüro in Bützow, welches zum Beispiel die Planung der Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen (AUKM) „Moorschonende Stauhaltung“ des Landes begleitet.


Am Dienstag war ich mit zusammen mit Jutta Wegner und dem Ortsverband Usedom-Peenestrom unterwegs. Auf dem Programm stand ein Treffen mit dem Tourismusverband Usedom, eine Diskussion mit dem Radverleih „Usedom-Rad“ der nach ganz Mecklenburg-Vorpommern expandiert und ein Besuch in einer handwerklich-traditionell geführten Destillerie. Klimaverträglicher und nachhaltiger Tourismus ist ein großes Thema auf der Insel und in ganz Mecklenburg-Vorpommern.

 

Beim Agrarbetrieb Groß Kiesow habe ich gemeinsam mit der Greifswalder Agrarinitiative e.V. den Betrieb besichtigt. Wir haben gemeinsam über die neue Düngemittelverordnung, die Herausforderungen vor denen die Landwirt*innen stehen, aber auch über positive Entwicklungen gesprochen. Im Anschluss daran gab es eine Diskussionsrunde mit mehreren lokalen Landwirt*innen. Wir haben Chancen und Herausforderungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft erörtert. Ein wichtiges Thema: die Nitratbelastung des Grundwassers und Bodens. Wie andere Betriebe bemüht sich auch die Agrar GbR um eine Reduktion der Nitratwerte durch eine verminderte Düngung, lange Fruchtfolgen und einen Nachhaltigen Hummusaufbau. Solche Bemühung werden im Moment noch nicht ausreichend honoriert, hier muss die Politik nachsteuern.

 

Im Gespräch mit dem Klimaschutzmanager Neubrandenburgs haben wir über das integrierte Klimaschutzkonzept der Vier-Tore-Stadt gesprochen – die Stadt gehört zweifelsohne zu den Vorreiterinnen in Mecklenburg-Vorpommern. Im Landeszentrum für Erneuerbare Energie in Neustrelitz kann man nicht nur mit Fahrrädern Energie für Autorennen erzeugen, sondern auch interaktiv spannende Themen rund um Erneuerbare Energien erleben. Von der Theorie in die Praxis ging es dann bei meinem Gespräch mit den Stadtwerken Neustrelitz. Neben der Wärmewende und der Biomassenutzung von wiedervernässten Mooren haben wir auch über geplante innovative Windkraftanlagen und smarte Vogelschutzeinrichtungen für Windräder gesprochen.

 

Am Freitag war ich mit Mitgliedern der Bündnisgrünen Fraktion der Rostocker Bürgerschaft beim Düngemittelhersteller Yara Poppendorf. Hier sollen in diesem Jahr Testanlagen für grünen Ammoniak anlaufen.

 

Zum Abschluss meiner Sommertour habe ich zum Initiativencafe und Sommerfest im Grünen Büro in Greifswald geladen. Im Austausch mit Vetreter*innen der Initiative “Sommer, Sonne, Strandbahn”, dem Stadtjugendring und der Caritas haben wir beim Initiativencafé über Themen wie nachhaltige Mobilität und Jugendhilfe gesprochen. Zum anschließenden Sommerfest waren dann Mitglieder, Bündnispartner und Bürger*innen eingeladen einen Rückblick auf die Tour zu werfen und bei leckeren lokalen Speisen und Getränken in interessante Gespräche einzutauchen.

Bei jedem Termin wurde die Ideenliste für parlamentarische Initiativen länger. Gemeinsam mit meinen Fachreferent*innen und meinem Wahlkreisbüro werden wir diese Vorhaben in den nächsten Wochen und Monaten angehen.

Darüber und zu meiner sonstigen parlamentarischen Arbeit findet ihr jede Menge Infos auf meiner Webseite und meinen Social-Media-Kanälen: