Zum Tod des Bürgerrechtlers und gebürtigen Rostockers Gerd Poppe erklärt Ole Krüger, Landesvorsitzender: „Mit Gerd Poppe verliert unser Land einen starken Kämpfer für die Menschenrechte.
Gerd Poppe engagierte sich stark für eine Fusion mit den westdeutschen GRÜNEN. Ohne ihn wäre unsere Partei heute nicht die, die sie wäre. Ohne Gerd Poppes starke Stimme für Menschenrechte und Demokratie wäre unser Land nicht das, was es ist und was es heute zu verteidigen gilt. Er hat als Mitbegründer der Initiative für Frieden und Menschenrechte (IFM) den friedlichen Widerstand gegen das SED-Regime maßgeblich geprägt.
Wir sind in Gedanken bei seiner Frau, seinen Kindern und allen Weggefährt*innen. Seine starke Stimme wird uns fehlen. Sein Einsatz für Menschenrechte wird in unserem politischen Engagement fortleben.“
Dr. Harald Terpe von der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ergänzt: „Mit Gerd Poppe verlieren wir eine herausragende Persönlichkeit der friedlichen Revolution, einen Streiter für Freiheit und Menschenrechte. Sein Einsatz als Bürgerrechtler umfasste einen weit größeren Zeitraum als das Revolutionsjahr 1989. Zeit seines Lebens setzte er sich unermüdlich zunächst für die Überwindung und seitdem für die Aufarbeitung der DDR-Diktatur ein. Er war eine moralische Instanz mit klarem Kompass – und einem Gespür für autoritäre Entwicklungen: So warnte er früher als viele andere vor dem KGB-Offizier Wladimir Putin. Gerd Poppe wird sehr fehlen. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Vertrauten und Freund*innen.“
Ole Krüger zum politischen Werdegang Poppes: „Zusammen mit Robert Havemann, Wolf Biermannn und Anderen engagierte er sich für demokratische Reformen in der damaligen DDR. Obwohl er jahrzehntelang vom Ministerium für Staatssicherheit bespitzelt wurde, ein Auslandsreiseverbot auferlegt bekam und sogar zeitweise inhaftiert wurde, verstummte er nie. Als Sprecher der IFM vertrat er die Bürgerrechtsbewegung am Zentralen Runden Tisch, wo er sich an der Arbeitsgruppe ‚Neue Verfassung der DDR‘ beteiligte. Als sich die IFM, das Neue Forum und Demokratie Jetzt sich zur letzten Volkskammerwahl zu Bündnis 90 zusammenschlossen, zog er auf dieser Liste in die freigewählte Volkskammer ein, wurde Parlamentarischer Geschäftsführer und für wenige Monate ‚Minister ohne Geschäftsbereich‘ in der Modrow-Regierung. Dort kämpfte er für eine Deutsche Einheit, die auf einer breiten öffentlichen Verfassungsdiskussion basierte, anstatt aus einem bloßen Beitritt der DDR zur BRD.“