17.09.2020

Kein Müll Meer – Aktiv werden gegen die Plastikflut

Claudia Schulz, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Landwirtschaft und Naturschutz der GRÜNEN MV

Bündnis 90/Die Grünen Mecklenburg-Vorpommern fordern von Land und Bund die Anstrengungen gegen Plastikmüll zu intensivieren und rufen zur Teilnahme am internationalen Küstenputztag, dem Coastal Cleanup Day, am 19. September 2020 auf. Dazu sagt Claudia Schulz, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Landwirtschaft und Naturschutz der GRÜNEN MV:

„Bedingt durch die Corona-Krise ist in privaten Haushalten etwa 10 Prozent mehr Verpackungsmüll angefallen. Man kann den Bürgerinnen und Bürgern nicht vorwerfen, dass sie mehr Verpackungsmüll verbrauchen, wenn sie mehr zu Hause sind und viel selbst kochen. Es ist aber fatal, dass Bund und Land bei dem Thema so passiv bleiben. Müllvermeidung, Kreislaufwirtschaft und Recycling kommen in den Corona-Hilfspaketen nicht vor. Dabei ist die Vermüllung unserer Natur mit Plastik eins der größten Probleme unserer Zeit.

Städte wie Greifswald, Rostock, Stralsund und Neubrandenburg haben der Müllflut im öffentlichen Raum – zumeist als Ergebnis bündnisgrüner Initiativen – bereits den Kampf angesagt. Das reicht aber nicht – wir fordern, dass auch das Land Mecklenburg-Vorpommern endlich vorangeht! Wo immer es geht, muss Plastik vermieden werden: Einweg-Plastik muss für landeseigene Veranstaltungen, Einrichtungen und Flächen ausgeschlossen und Verpackungsmüll kontinuierlich reduziert werden. Wie das funktionieren kann, zeigt die Rostocker Unternehmer-Initiative „Plastikfreie Stadt“, die gerade als „Projekt Nachhaltigkeit 2020“ für die deutschlandeweite Vorreiterrolle ausgezeichnet wurde.

Von der Bundesregierung fordern wir GRÜNEN Maßnahmen, um den Verpackungsmüll in Deutschland bis 2030 zu halbieren. Das heißt: Schluss mit unnötigen Plastik-Verpackungen in den Supermärkten und eine Abgabe auf besonders umweltschädliche Wegwerfprodukte wie Take-away-Essensverpackungen.  Außerdem wollen wir die Mehrwegquote bis 2030 auf 80 Prozent steigern und die indirekten Plastiksubventionen in Höhe von 780 Millionen streichen. Das Geld sollte lieber in die Forschung für eine innovative Kreislaufwirtschaft fließen. Deutschland muss zudem dem Beispiel Schwedens folgen und Mikroplastik in Kosmetika verbieten. Abgelaufene Lebensmittel dürfen nicht mehr mit Verpackungen geschreddert werden und dann in der Umwelt und letztlich auch in der Ostsee landen.“

TERMIN-HINWEIS:
Wer am Samstag zum Coastal Cleanup Day aktiv zu werden möchte, kann sich u.a. in Kühlungsborn (https://gruene-landkreis-rostock.de/startseite) und Rostock (https://gruene-rostock.de/termine/cal/event//tx_cal_phpicalendar/2020/09/19/kuestenputztag_coastal_cleanup_day/) anschließen.

URL:https://gruene-mv.de/start/news-detail/kategorie/pressemitteilung-58/article/kein_muell_meer_aktiv_werden_gegen_die_plastikflut/