08.03.2019

Schlechte Quote: Mehr Professorinnen für MV!

Ulrike Berger, Landesvorsitzende

Die GRÜNEN in Mecklenburg-Vorpommern setzen sich für mehr Professorinnen an den Hochschulen des Landes ein. Die neuesten Zahlen zeigen, dass von insgesamt 831 Professorinnen und Professoren nur jede Fünfte (21 Prozent) eine Frau ist. Die Landesvorsitzende der GRÜNEN Ulrike Berger fordert mehr Tempo bei der Gleichstellung:

„Mecklenburg-Vorpommern liegt damit unter dem ohnehin schlechten Bundesdurchschnitt von 24 Prozent. Wir erkennen durchaus kleine Fortschritte, denn 2012 betrug der weibliche Anteil unter den Professorinnen und Professoren in Mecklenburg-Vorpommern nur 16 Prozent. Aber wenn es in dem Tempo weitergeht, erreichen wir echte Gleichstellung erst in 30 Jahren – und das ist viel zu spät. Dabei gibt es keinen Frauenmangel an den Hochschulen: 43 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Frauen. Es gibt viel mehr einen eklatanten Unterschied bei den Aufstiegschancen und bei der Besetzung der Lehrstühle.

Die Fachgebiete unterscheiden sich zum Teil deutlich: Im Bereich der Geisteswissenschaften beträgt der Anteil der Professorinnen immerhin schon ein Drittel – im Bereich der Medizin hingegen nur 13 Prozent, nämlich 15 von 115. Und das obwohl in der Medizin zwei Drittel der Assistentinnen und Assistenten und über die Hälfte der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Frauen sind. Der Nachwuchs ist also da, aber offensichtlich gilt hier der alte Grundsatz: Männer fördern eher Männer.

Wir wollen, dass die gezielte Frauenförderung und die Vereinbarkeit von Familie und Berufsleben verbessert werden. Wer heute einen Lehrstuhl besetzen will, muss maximale zeitliche und örtliche Flexibilität mitbringen. Land und Hochschulen sollten die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass mehr Frauen sich für diesen Karriereweg entscheiden. Davon profitieren am Ende auch die Männer. Ein Mittel sind zum Beispiel sogenannte Tenure-Track-Modelle, die eine langfristige Planung von der Juniorprofessur bis zum ordentlichen Lehrstuhl ermöglichen. Dafür gab es in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2017 nur eine einzige Stelle.

Und wir müssen die strukturelle Benachteiligung konsequent abbauen. Derzeit sind Frauen in den Berufungskommissionen und in den Hochschulleitungen deutlich unterrepräsentiert. Das gilt auch für die Hochschulräte, also die Beratungsgremien für die Hochschulen. Auch hier beträgt der Frauenanteil in Mecklenburg-Vorpommern nur ein Viertel, wie das Bundesamt für Statistik gerade veröffentlichte. Wer Gleichstellung erreichen will, darf dies nicht nur den männlichen Teil der Bevölkerung organisieren lassen.“

 

 

 

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