15.05.2019

Von: Anne Kubik

Plastikflut: Wir brauchen Vorsorge statt gestellter Fotos!

Claudia Schulz, Landesvorsitzende

Zur Ankündigung der Teilnahme von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Minister Backhaus am Beach Cleanup Day am 17. Mai auf Usedom sagt Claudia Schulz, Landesvorsitzende der GRÜNEN MV:

„Es wird immer offensichtlicher, dass das Land seiner Verantwortung und Vorbildfunktion in keinster Weise gerecht wird. Der Landesregierung fehlt jegliche Strategie, um das Plastikproblem wirksam anzugehen. Fotos bei Müllsammeln von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Minister Till Backhaus helfen da auch nicht! Die CDU-SPD geführte Landesregierung hat bislang weder maßgebende Initiativen zur Abfallvermeidung initiiert noch die Kommunen bei deren Initiativen unterstützt. Wiederverwendbares Geschirr und Mehrwegsysteme bei Veranstaltungen und in Institutionen des Landes, verbindliche Vorgaben im Vergabegesetz und bei den Beschaffungsrichtlinien zur Plastikvermeidung und eine finanzielle Beteiligung bei der Einführung von Pfandbecher-Systemen in den Kommunen – all diese Maßnahmen sind gut möglich, sucht man aber bei der Landesregierung vergebens!

Nicht nur ferne Meere, auch unsere Ostsee hat ein massives Plastikproblem. Dabei ist der sichtbare Müll nur die Spitze des Eisberges. Überall in unserer Umgebung findet sich mittlerweile Mikroplastik – im Boden, in Meerestieren, in unserem Essen. Die Müllsammelaktionen sind wichtige Nachsorge, doch wir brauchen eine viel bessere Vorsorge, indem wir Plastik gar nicht erst produzieren und nicht in die Umwelt gelangen lassen. Da ist die Politik gefragt.
Plastik belastet die Umwelt und verursacht somit enorme Kosten. Diese sollen künftig über eine Steuer oder Abgabe den Plastikproduzenten auferlegt werden, sodass sich auch Alternativen zu Plastik mehr rechnen.
Hinzu muss eine effektive Abfallentsorgung in den Häfen kommen, welche die Kosten für die Müllentsorgung in die Hafengebühr einbezieht. Plastik-Müllentsorgung muss unkompliziert möglich sein! Es gibt Fischer, die Müll aus unserer Ostsee fischen. Für sie – und dafür, dass viele weitere diesem Beispiel folgen – brauchen wir an den Häfen kostenlose, fachgerechte Entsorgungssysteme.“

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