14.02.2019

Von: Anne Kubik

MV muss mehr machen: Menschen erwarten konsequente Politik für Artenvielfalt

Claudia Schulz, Landesvorsitzende

Anlässlich des erfolgreichen Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ in Bayern fordern Bündnis 90/DIE GRÜNEN Mecklenburg-Vorpommern konsequentes Handeln der hiesigen Landesregierung für die biologische Vielfalt. Die Landesvorsitzende Claudia Schulz sagt: 

„Das Volksbegehren in Bayern zeigt, dass die Menschen konsequentes Handeln für die Wiederherstellung der Biologischen Vielfalt von der Politik erwarten. Das muss die Politik endlich begreifen und umsetzen! Auch für Mecklenburg-Vorpommern brauchen wir eine bessere Gesetzgebung, damit Arten- und Biotopschutz wirksam funktionieren. Hier fehlen klare Ziele und eine evaluierbare Gesamtstrategie für den Insektenschutz. Die sogenannte Insektenschutzstrategie von Minister Backhaus besteht bislang nur aus ein paar schönen Worten und kleinen Einzelmaßnahmen, die wie Tropfen auf dem heißen Stein verpuffen.
Wir schlagen deshalb vor, zehn Prozent gepflegter Brachflächen auf allen landwirtschaftlichen Flächen als Rückzugs- und Trittsteinflächen auf Äckern, Wiesen und Weiden zu etablieren.

Notwendig sind zudem konkrete Änderungen im Naturschutzgesetz, zum Beispiel für besser vernetze Biotope, Uferrandstreifen und den Ausbau des ökologischen Anbaus. Artenreiches Grünland ist sehr rar geworden in Mecklenburg-Vorpommern. Es sollte im Naturschutzausführungsgesetz des Landes als gesetzlich geschütztes Biotop ausgewiesen werden. Überfällig ist auch eine Neufassung des Landeswassergesetzes mit Regelungen zur Anlage von mindestens zehn Meter breiten Puffer- und Schutzstreifen an Gewässern. Die gut gemeinten Blühstreifenprogramme sind sehr teuer, wirken aber nicht flächendeckend und liefern oft nur ein sehr eingeschränktes Nahrungsangebot verglichen mit der Vielfalt an Ackerwildkräutern und den unterschiedlichen Anforderungen je nach Insektenart.

Mecklenburg-Vorpommern braucht ferner ein gut ausgestattetes Kompetenzzentrum für den ökologischen Landbau, das in enger Zusammenarbeit mit den Verbänden des Ökologischen Landbaus die Forschung, Beratung, Weiterbildung und Vermarktung im Bereich des ökologischen Landbaus vorantreibt. Auch eine Professur für Ökolandbau und Ökolandbau als fester, prüfungsrelevanter Lehrbestandteil in Studium und Ausbildung sind überfällig. Denn Öko-Forschung und -Wissen nützt allen und ist auch Voraussetzung für eine funktionierende Pestizidreduktionsstrategie. Wir fordern, den Einsatz von Ackergiften in MV bis zum Jahr 2023 um die Hälfte zu reduzieren.“

URL:http://gruene-mv.de/start/news-detail/article/mv_muss_mehr_machen_menschen_erwarten_konsequente_politik_fuer_artenvielfalt/archive/2019/february/