16.03.2011

Moratorien sind kein entschlossenes Handeln

Wenn die Bundesregierung angesichts der Atomkatastrophe in Japan nun endlich der Sicherheit eindeutigen Vorrang einräumen will, dann darf die vorbehaltlose Überprüfung nicht vor den Toren der Zwischenlager halt machen. Alles andere wäre inkonsequent!

Wir fordern sowohl die Bundesregierung als auch den für die Atomaufsicht zuständigen Innenminister Lorenz Caffier (CDU) dazu auf, auch für das Zwischenlager in Lubmin eine vorbehaltlose Sicherheitsüberprüfung vorzunehmen und nachzurüsten. Der Landtag sollte darauf hinwirken, dass dies unverzüglich geschieht.

Denn in Lubmin stehen inzwischen 74 Castoren mit brisantem Inhalt. 5048 hochradiaktive Brennelemente und in Glaskokillen eingeschmolzenes ebenfalls hochradioaktives Material lagern dort für Jahrzehnte. Die Castoren sind dort in einer Leichtbauhalle untergebracht, die keinerlei weiteren Schutz bietet.

Die einzige Barriere sind die Castorbehälter selbst. Wird ein Castor undicht, so entweicht radioaktive Strahlung ohne weiteres Hindernis in die Umgebung. Hier ist unbedingter Handlungsbedarf gegeben. Da die EWN als Betreiber des Zwischenlagers Nord zu 100 Prozent dem Bund gehört, müsste gerade hier unverzüglich mehr Sicherheit zu schaffen sein, sei es durch eine heiße Zelle oder andere geeignete Maßnahmen. Bündnis 90/Die Grünen sind davon überzeugt, dass auch die Sicherheitsvorschriften des Zwischenlagers auf den Prüfstand gehören und angepasst werden müssen. Lieber entschlossenes Handeln als beschlossene Moratorien!

URL:http://gruene-mv.de/start/news-detail/article/moratorien_sind_kein_entschlossenes_handeln/archive/2011/march/