10.10.2013

Mädchen stärken!

Die Vereinten Nationen haben den 11. Oktober zum Internationalen Welt-Mädchentag erklärt. Der Tag soll dafür sensibilisieren, dass bislang vielen Mädchen weltweit elementare Grundrechte vorenthalten werden.

Laut dem Kinderhilfswerk „Plan International“ trifft die Armut in vielen Regionen der Welt vor allem Mädchen. So besuchen mehr Mädchen als Jungen keine Schule. Mädchen besuchen seltener als Jungen eine weiterführende Schule. Viele Mädchen werden vor ihrem 14. Lebensjahr verheiratet und müssen sich dann um den Haushalt kümmern. Mädchen werden seltener als Jungen in ein Geburtenregister eingetragen. Das Risiko für ein Mädchen, an Mangel und Unterernährung zu leiden, ist dreimal so hoch wie für einen Jungen. Viele Familien bevorzugen Söhne. Weibliche Föten werden in einigen Teilen der Welt oft abgetrieben. Auch die rituelle Genitalverstümmelung von jungen Mädchen ist ein großes Problem. Oftmals geraten vernachlässigte Mädchen schließlich in die Fänge von Menschenhändlern und die Odyssee des Leidens geht weiter.

Das Kinderhilfswerk fordert daher von der Bundesregierung, dass vor allem für die Gesundheit und die Bildung von Mädchen in den sogenannten Entwicklungsländern mehr getan werden müsse.

"Mädchen werden in vielen Ländern als Menschen zweiter Klasse behandelt. Deswegen brauchen wir einen Welt-Mädchentag, der auf die Rechte von Mädchen aufmerksam macht", betont Sonja Imken, Frauenpolitische Sprecherin von Bündnis90/Die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern.

In den westlichen Industrieländern wie Deutschland haben Mädchen in Bezug auf Bildung in den letzten Jahren zwar aufgeholt. Häufig schließen sie die Schule mit den qualitativ besseren Prüfungen ab, sie arbeiten später jedoch häufig in "typisch" weiblichen, schlechter bezahlten Berufen wie zum Beispiel in der Altenpflege, als Krankenschwestern oder Verkäuferinnen. In Deutschland verdienen Frauen durchschnittlich 22% weniger als Männer. Damit liegt die Bundesrepublik am unteren Ende im Vergleich zu den anderen Industriestaaten.

Sonja Imken sieht den 11. Oktober als gute Möglichkeit für Schulen, Kitas, Familienzentren und Jugendeinrichtungen, sich mit dem Welt-Mädchentag auseinanderzusetzen, das Thema aufzugreifen und z.B. die tradierten Rollenbilder von Mädchen und Jungen, Frauen und Männern kritisch zu hinterfragen.

URL:http://gruene-mv.de/start/news-detail/article/maedchen_staerken/archive/2013/october/