05.02.2019

Von: Anne Kubik

Landesmuseum nicht beerdigen!

Dr. Johannes Kalbe, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Kultur

Bis zu 100 Millionen Euro könnte das neue Archäologische Landesmuseum in Rostock kosten – zu viel, sagt die Landesregierung und hat die Planungen daher gestoppt. Dazu sagt
Dr. Johannes Kalbe, Geoarchäologe und Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Kultur von Bündnis 90/DIE GRÜNEN MV:

„Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den Ländern mit besonders reichhaltigen archäologischen Funden. Das belegen unter anderem die Ausgrabungen im Tollensetal oder jüngst am mittelalterlichen Seehandelsplatz in Rostock-Dierkow.

Die vorgeschobene Überraschung über die entstehenden Kosten hätten sich die nunmehrigen politischen Verhinderer bei einem Blick über den Tellerrand ersparen können. Schleswig-Holstein beispielsweise investiert in 240 Stellen, damit die Bürger des Bundeslandes ihre regionale Geschichte erleben können. Mecklenburg-Vorpommern sind 50 Stellen zu viel. Selbst in Dänemark werden die wertvollen Funde aus unserem Land gerne gezeigt. Doch hierzulande sollen sie, wenn es nach Frau Schwesig und Herrn Caffier geht, also weiter in den Archiven verstauben.

Wir GRÜNEN MV fordern von der Landesregierung, dass sie zu ihrer Entscheidung steht, Mecklenburg-Vorpommerns BürgerInnen ihr Archäologisches Landesmuseum (zurück) zu geben, und zwar am optimalen Standort: im Rostocker Stadthafen.

Der Stadthafen Rostock vereint die bestmöglichen Bedingungen für eines der wichtigsten Kulturprojekte in MV: maritimer Bezug mit einem Fernhandelsplatz aus dem Frühmittelalter am Flussufer gegenüber, optimale Anbindung an Verkehrs- und Forschungsinfrastruktur und ein breiter Rückhalt in der Bevölkerung. Zudem gibt es eine deutliche Zustimmung zum Projekt bei den kommunalen Entscheidern vor Ort und den Fachministern des Landes.

Der Stopp jetzt ist ein Schlag vor den Kopf für die 23.000 Unterzeichner der Petition für das Museum, aber auch für die Bodendenkmalpflege im Land und letztendlich für eine Reihe ihrer Kabinettsmitglieder, die sich seit vielen Jahren für dieses Museum eingesetzt haben. Die Planung dümpelt seit nunmehr fast 30 Jahren vor sich hin. Endlich sollte das Museum gekoppelt mit der BUGA 2025 realisiert werden – der jetzige Stopp kann also auch schnell zu einer Beerdigung des gesamten Projekts werden.“

URL:http://gruene-mv.de/start/news-detail/article/landesmuseum_nicht_beerdigen/