14.12.2010

Hochschulgesetz bleibt verbesserungswürdig

Kurz vor Beschluss des neuen Hochschulgesetzes für Mecklenburg-Vorpommern wurden aus Sicht der Bündnisgrünen noch viele richtige Korrekturen durch den Bildungsausschuss angebracht. Manches wurde dabei aber nur „verschlimmbessert“. „Wir begrüßen, dass auf Empfehlung des Bildungsausschusses sowohl die geplanten Forschungs- und Lehrprofessuren kassiert werden, als auch die Einrichtung von Studienkonten verhindert werden“, so Johannes Saalfeld, hochschulpolitischer Sprecher der Grünen.

Beides hatten die Grünen seit Monaten am bisherigen Entwurf von Bildungsminister Henry Tesch (CDU) kritisiert. Die von Hochschulrektoren und Wirtschaft in den vergangenen Tagen kritisierte Wiedereinführung des Diplomabschlusses stößt auch bei den Grünen auf große Skepsis. Auf Initiative von SPD und CDU sollen die Masterabschlüsse nun auch wieder „Diplom“ genannt werden dürfen. „Wir halten das für reinen Aktionismus in Reaktion auf die vergangenen Studentenproteste. In Wirklichkeit ändert sich aber für die Studierenden nichts. Weder die Studienorganisation noch die Qualität der Lehre werden durch die alte Bezeichnung verbessert“, so Saalfeld.

Zudem ist der entsprechende Gesetzespassus schlecht umgesetzt. Masterabschlüsse sollen dann mit dem Diplom-Titel versehen werden, wenn die erbrachten Studien- und Prüfungsleistungen denen eines Diplomstudiengangs mindestens gleichwertig sind. „Es gibt jedoch an unseren Hochschulen mit wenigen Ausnahmen faktisch keine Diplomstudiengänge mehr. So gibt es auch keine fortlaufende Qualitätsentwicklung und auch keinen Vergleichsgegenstand mehr. Der Diplomtitel ist daher nur noch eine leere Hülse, die aus Erinnerungen und Leistungen vergangener Jahrzehnte gefüllt werden soll“, so Saalfeld.

„Es gehört zur guten politischen Kultur dazu, dass sich Politiker öffentlich revidieren und Fehlentwicklungen zugeben können. Nachdem aber die SPD maßgeblich über Bundesbildungsministerin a.D. Edelgard Bulmahn und Landesbildungsminister a.D. Hans-Robert Metelmann an der Abwicklung der Diplomstudiengänge in unserem Land beteiligt war, muss sie nun die Wiedereinführung nicht als grandiose Eigenleistung verkaufen“, so Saalfeld abschließend.

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