23.09.2020

Grüne fordern flächendeckende Klimabildung an Schulen in MV

Marie Heidenreich, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Energie und Klima, und Christopher Dietrich, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Bildung

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Mecklenburg-Vorpommern solidarisieren sich mit dem Globalen Klimastreik am kommenden Freitag und rufen zur Teilnahme auf.
Zudem fordern die Grünen, die Themen Klimakrise, Klimagerechtigkeit und Klimaschutz stärker als bisher in den Schulunterricht zu integrieren. 

Marie Heidenreich, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Energie und Klima, sagt:
„Die Gesellschaft muss sich mit der globalen Erwärmung und den Auswirkungen der Klimakrise auf den Menschen und seine Umwelt auseinandersetzen, um wirksame und sozialverträgliche Lösungen zu entwickeln. Um die Klimakrise zu bewältigen und Maßnahmen zum effektiven Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel zu entwickeln, ist es wichtig, dass Klimawandel und Klimaschutz bereits in der Schule unterrichtet werden.“

An den Schulen soll ein Basiswissen zur Klimakrise vermittelt werden, welches beispielsweise den Treibhauseffekt und das Pariser Klimaabkommen abdeckt. Darüber hinaus sollte Heidenreich zufolge vermittelt werden, was die einschneidendsten Folgen des Klimawandels sind, etwa dass der Meeresspiegelanstieg ganze Städte und Landstriche überflutet und das größte Artensterben der Geschichte. Thematisiert und quantifiziert werden sollen auch Handlungsmöglichkeiten zum Klimaschutz wie der Verzicht auf Flugreisen und das Einsparen von Heizenergie.

Christopher Dietrich, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Bildung, sagt:
„Klimawandel und Klimaschutz sollen flächendeckend und vor allem fächerübergreifend an allen Schulformen behandelt werden. Das Thema berührt viele Fächer, zum Beispiel Arbeit-Wirtschaft-Technik (AWT), Sozialkunde, Geografie, Physik, Chemie und Biologie. Doch einige Rahmenpläne stammen noch aus dem Jahr 2002 und kennen den Klimawandel gar nicht. In anderen Fächern wird das Thema lediglich kurz erwähnt. Wenige neuere Pläne wie der Rahmenplan Geografie für die 11. und 12. Klasse nehmen den Klimawandel sehr genau in den Blick; in wichtigen anderen Fächern kommt das Thema in der Abiturstufe wiederum nicht vor. Dabei ist es doch viel nachhaltiger, zum Beispiel die Entstehung der Erderwärmung, die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels und die Entwicklung der Erneuerbaren Energien parallel zu erlernen. Eine positive Ausnahme ist der fächerübergreifende Wahlpflichtkurs ‚Gestaltung einer zukunftsfähigen Welt‘, der allerdings nur einen Teil der Schüler*innen erreicht.“

Zudem sollen nach Ansicht der Grünen MV verschiedene Formen der Vermittlung ins Auge gefasst werden, zum Beispiel eine landesweite Klimaprojektwoche an den Schulen und ein Schülerwettbewerb nach dem Vorbild der Matheolympiaden und Geschichtswettbewerbe. Lehrkräfte sollen die Möglichkeit haben, sich in fachbezogenen Fortbildungen zu den Themen Klimawandel und Klimaschutz weiterzubilden. Seitens des Kultusministeriums soll qualitätsgeprüftes Unterrichtsmaterial für alle Schulformen und Stufen zur Verfügung gestellt werden.

URL:http://gruene-mv.de/start/news-detail/article/gruene_fordern_flaechendeckende_klimabildung_an_schulen_in_mv/