10.09.2014

Grüne: Bund und Land lassen Landwirte beim Tierschutz im Stich

„Derzeit werden die Landwirte beim Tierschutz von Bund und Land im Stich gelassen. Tierschutz- und umweltgerecht wirtschaftende Landwirte sind massiv benachteiligt gegenüber Agrarinvestoren wie beispielsweise Herrn Straathof, die auf schnelle Gewinne fixiert sind“, so Claudia Schulz, Agrarpolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Mecklenburg-Vorpommern. „Unter den jetzigen gesetzlichen Rahmenbedingungen sind viele Landwirte gezwungen, immer mehr zu wachsen und immer größere Tierbestände zu halten - oder ihren Betrieb aufzugeben. Diese Landwirte brauchen endlich faire Wettbewerbsbedingungen, damit sie mehr Tierschutz umsetzen können.“

 

"Wir fordern mehr Platz und Auslauf für Tiere sowie Bestandsobergrenzen pro Standort. Schnabelkürzen und  das Kupieren von Schwänzen müssen verboten werden", meint Schulz. Entsprechende Bestimmungen müssten in überarbeiteten Tierhaltungsverordnungen gesetzlich verankert werden. „Wir wollen, dass Fördergelder nur noch bei bodengebundener, besonders artgemäßer Haltung ausgeschüttet werden. Ich bin überzeugt, dass eine tiergerechte Haltungsform bei den aktuell nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) genehmigungsbedürftigen Betrieben, die 15.000 Legehennen, 560 Sauen mit Ferkeln 15.000 Mastputen oder mehr halten, nicht zu gewährleisten ist. Ganz zu schweigen davon, dass solche Großanlagen mit Nährstoffeinträgen durch Unmengen an Gülle, Gärresten, Nitraten und Keimen eine Belastung für die Anwohner und die umliegende Landwirtschaft sind. Benachbarte Bauernhöfe stoßen durch den Bestandsschutz bei Intensivtierhaltungsanlagen an Entwicklungsgrenzen. Die Landesregierung muss endlich aufwachen: Unsere Mitmenschen und auch viele Landwirte wollen keine Massentierhaltung!“

 

Bei Rückfragen: Claudia Schulz, Telefon 0163 3590574

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