28.04.2021

Corona-Hilfen für Veranstalter*innen und Kulturschaffende: Ausfallgarantien auf den Weg bringen

Es braucht endlich eine zielgerichtete finanzielle Absicherung für die Kulturschaffenden, Soloselbstständigen und Veranstalter*innen in Mecklenburg-Vorpommern.

Gerade auch für Kulturschaffende, Soloselbstständige und Veranstalter*innen in Mecklenburg-Vorpommern ist die Pandemie eine besonders große Herausforderung. Der allergrößte Teil der Bühnenauftritte, Ausstellungen und anderer Angebote musste ausfallen. Und auch, wenn in den kommenden Monaten schrittweise wieder mehr Veranstaltungen möglich werden, bestehen weiterhin massive Unsicherheiten in der gesamten Branche. Steigende Corona-Fallzahlen können jederzeit wieder zu Absagen von Veranstaltungen führen und die Veranstalter*innen somit an den Rand der wirtschaftlichen Existenz bringen.

Hierzu Dr. Harald Terpe, GRÜNER Spitzenkandidat zur Landtagswahl:

„Kultur ist Lebensmittel. Es braucht endlich eine zielgerichtete finanzielle Absicherung für unsere Kulturschaffenden, Soloselbstständigen und Veranstalter*innen in Mecklenburg-Vorpommern. Hierzu bieten Ausfallgarantien des Landes für die Planungskosten von Kulturveranstaltungen eine große Chance. Die Landesregierung muss endlich etwas Spürbares für die Branche unternehmen. Nach dem Vorbild Thüringens halten wir eine Absicherung von bis zu 80% der angefallenen Ausgaben bei pandemiebedingten Absagen für sinnvoll. Die Veranstalter*innen bleiben dann nicht mehr allein auf den Kosten für Mieten, Technik, Organisation und Werbung sitzen.

Für freiberuflich tätige Künstlerinnen und Künstler sollte außerdem zum zweiten Quartal eine weitere Auflage des Überbrückungsstipendiums erfolgen.

Um nach der Pandemie weiter Perspektiven für die Kultur- und Kreativbranche zu schaffen, plädieren wir zudem für einen Sonderfördertopf in den Jahren 2022 und 2023, der sowohl wirtschaftlich als auch gemeinnützig orientierten Kulturanbieter*innen zu Gute kommen soll.“

 


Hintergrund:

  • Zu den Ausfallgarantien für Planungskosten:
    Mit Ausfallgarantien des Landes für Planungskosten kultureller Veranstaltungen kann den Veranstalter*innen, Soloselbstständigen und Künstler*innen die dringend notwendige Sicherheit gegeben werden, um weiterhin künstlerisch und kulturell in unserem Bundesland aktiv zu sein.
    Sie bleiben dann nicht mehr allein auf den Kosten sitzen, die bereits vorher für Mieten, Technik, Werbung und Organisation anfallen. Bislang kann nur ein kleiner Teil der Kulturszene im Nachhinein Hilfen aus dem Schutzfonds beantragen. Schon jetzt haben viele ihre Termine sicherheitshalber auf 2022 verlegt. Damit fehlt Mecklenburg-Vorpommern auch 2021 ein gutes Stück Kultur und die Kulturbranche verliert ein weiteres Jahr wichtige Einkünfte.
    Beispiel Thüringen:
    https://www.aufbaubank.de/Foerderprogramme/Coronahilfe-Billigkeitsleistung-Veranstaltungswirtschaft

  • Zur Neuauflage des Überbrückungsstipendiums:
    Selbst bei günstigem Pandemieverlauf wird es in den nächsten Monaten nur wenige Möglichkeiten für Ausstellungen und Workshops geben.
    Eine zügig umsetzbare Maßnahme ist eine dritte Runde für das Überbrückungsstipendium in Höhe von 2.000 €. In den vergangenen zwölf Monaten konnten freiberufliche Künstlerinnen und Künstler auf diese Weise maximal 4.000 € erhalten und damit rund 330 € pro Monat. Das ist keine wirkliche Hilfe zum Lebensunterhalt, aber ermöglicht manchen Künstlerinnen und Künstlern, überhaupt noch weiter tätig zu sein.

  • Neben den Maßnahmen auf Landesebene muss im Bund eine erneute Initiative für einen Unternehmer*innenlohn auf den Weg gebracht werden. Solange Soloselbständige ihren Beruf nicht ausüben dürfen, sollten sie statt der bürokratischen Grundsicherung über das Hartz-IV-System eine monatliche Pauschale von 1.200 € zur Deckung ihres Lebensunterhalts erhalten.

URL:https://gruene-mv.de/start/news-detail/article/corona-hilfen-fuer-veranstalterinnen-und-kulturschaffende-ausfallgarantien-auf-den-weg-bringen/archive/2021/april/