17.12.2010

Castor-Blockade ist großer Erfolg

Zahlreiche Mitglieder der Grünen, darunter Teile des Landesvorstandes, haben sich an der gestrigen Blockade gegen den Castor-Transport beteiligt. „Wir freuen uns sehr, dass so viele Menschen bei den eisigen Temperaturen absolut friedlich ihre Rechte wahrgenommen haben, um klar zu machen, dass Lubmin nicht zum Atomklo Deutschlands werden darf“, so Christian Prasser, Mitglied des Landesvorstandes. Die Grünen sehen die erhebliche Verspätung des Castors als vollen Erfolg.„Das ist aber erst der Anfang“, fügt Prasser hinzu. „Der Protest ist endlich voll im Land angekommen. Ich bin sicher, dass wir beim nächsten Transport im Frühjahr noch viel mehr Menschen sein werden.“

Den Polizeieinsatz bewerten die Grünen als nicht verhältnismäßig und äußern starke Kritik an Innenminister Lorenz Caffier. Zahlreiche Demonstranten wurden zu Unrecht kriminalisiert. Viele Teilnehmer der Sitzblockade setzte die Polizei unter widrigsten Umständen und ohne Versorgung fest. Betroffen war auch Ulrike Berger, Mitglied des Landesvorstandes der Grünen. Berger wurde über drei Stunden in einem unbeheizten Gefangenentransporter isoliert und musste anschließend eine umfassende Körperuntersuchung über sich ergehen lassen.

Außerdem wurde unbeteiligten Personen der Zugang zu ihren Heimatorten verwehrt. Christian Prasser, selbst vor Ort, schildert: „Etwa 20 Personen wurden bereits sechs Stunden vor Eintreffen des Castor-Transport durch die Schließung des Bahnüberganges vom Ort Kräpelin abgeschnitten. Anwohnern wurde über Stunden der Weg nach Hause versperrt. Die eisigen Temperaturen machten die Situation zusätzlich belastend. Einige Personen waren dem Nervenzusammenbruch nahe und baten unter Tränen endlich nach Hause zu dürfen. Ich erwarte vom Innenminister, dass alle Vorfälle und Beschwerden transparent und konsequent aufgearbeitet werden. Solch ein Vorgehen ist nicht zu rechtfertigen.“

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