19.05.2017

Von: Anne Kubik

Blau machen ohne Reue GRÜNE gratulieren MV zu „Blauen Flaggen“ und fordern vom Land den Gewässerschutz zu intensivieren, damit der Badespaß bleibt

Heute werden in Karlshagen auf der Insel Usedom die Blauen Flaggen übergeben. Insgesamt werden in ganz Mecklenburg-Vorpommern 39 Flaggen für Badestellen und Sportboothäfen verliehen. „Das ist ein positives Zeichen“, sagt Claudia Schulz, umweltpolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Mecklenburg-Vorpommern, erfreut. „Denn die ‚Blaue Flagge‘ ist nicht nur für den Tourismus unseres Landes ein starkes Symbol von hoher Bedeutung, sondern zeigt auch, dass Umweltschutz und Nachhaltigkeit in unserer Gesellschaft mittlerweile verankert sind.“ Wo die „Blaue Flagge“ weht, kann man blau machen – ganz ohne Reue. Denn das Umweltzeichen zeigt auf den ersten Blick, dass die Badewasserqualität hier stimmt.

„Wir wollen, dass sich die gute Badewasserqualität hält  – insbesondere auch in den Sommermonaten. Denn übermäßige Nährstoffeinträge führen leider regelmäßig zu massivem Algenwachstum – das stört Badegäste und nimmt den Meeresbewohnern den Sauerstoff zum Atmen“, sagt Claudia Schulz und ergänzt: „Das Land ist in der Pflicht die Maßnahmen zum Gewässerschutz konsequent zu intensivieren. Die Novellierung der Düngeverordnung ist ein erster Schritt, um den Düngerüberschuss zu begrenzen. Doch das Land darf sich nicht darauf ausruhen. Denn noch immer sind in Mecklenburg-Vorpommern 99 Prozent der Flüsse und Bäche, 95 Prozent der Küstengewässer und 28 Prozent der Seen in einem schlechten ökologischen Zustand.“ Saubere Gewässer sind nicht nur aus ökologischen Gründen, sondern eben auch als Grundlage für den naturverträglichen Tourismus unverzichtbar. „Deshalb fordern wir GRÜNE vom Land zur Reduzierung der Nährstoff-Frachten ein Landesaktionsprogramm, um den Ökolandbau zu stärken, sowie die verbindliche Ausweisung von flächendeckenden, beidseitigen Puffer- und Schutzstreifen an Fließgewässern von mindestens zehn Metern Breite“, betont die Agraringenieurin.

„Zudem wünschen sich Bewohner und Besucher auch außerhalb der bewirtschafteten Bereiche müllfreie Strände. Deshalb braucht auch Mecklenburg-Vorpommern dringend ein Abfallvermeidungsprogramm, das beispielsweise die Einführung von Mehrwegsystemen als Ersatz für Einweg-to-go-Behälter in Gang bringt. Auch muss das Land die "Fishing-for-Litter"-Initiative besser unterstützen“, führt Claudia Schulz weiter aus. Fischer bekommen dabei für den Müll, den sie aus dem Meer fischen, kostenlos Entsorgungsmöglichkeiten zur Verfügung stellt.

Hintergrund zur „Blauen Flagge“:
1985 kam die Idee in Frankreich auf, 1987 wurde die „Blaue Flagge“ erstmals europaweit gehisst, heute ist das alljährlich vergebene Umweltsymbol Standard in 47 Ländern der Welt. Die Flagge wird Stränden und Marinas verliehen, die bestimmte Kriterien in den Bereichen Umweltschutz, Wasserqualität, Sicherheit und Service sowie bei Sanitäranlagen und Abfallwirtschaft erfüllen. In MV konnten 39 Orte diese Auflagen erfüllen: Die begehrte Auszeichnung flattert 2017 über 28 Badestellen an der Küste und sechs Badestellen an Binnengewässern sowie an fünf Sportboothäfen. Insgesamt werden in Deutschland in diesem Jahr 142 Flaggen gehisst, weltweit sind es sogar 4266.

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